Hans Kriesi

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* 10.11.1891 Winterthur ZH, † 12.3.1984 Münchwilen TG, auch Hans Max K.

Nach der Matura in St. Gallen 1911–17 Studium der Germanistik, Geschichte und Psychologie sowie – nach Studienreisen nach England und Nordamerika – der Anglistik in Zürich und München, 1917 Promotion mit einer Dissertation über "Gottfried Kellers politische Lehrjahre". Anschliessend war K. bis zur Pensionierung als Lehrer für Englisch und Deutsch an der thurgauischen Kantonsschule in Frauenfeld tätig. Sein Drama "Die Heimkehr des Propheten" – ein Lustspiel über Shakespeares Rückkehr in seine Vaterstadt – wurde 1934/35 unter dem Titel "Theater in Stratford" am →Stadttheater St. Gallen uraufgeführt und dort insgesamt vier Mal gegeben. Einen Namen machte sich K. vor allem als Verfasser von "vaterländischen Schauspielen" und Festspielen wie: "Das Kilbischiessen" (aufgeführt 1923 zur 400-Jahr-Feier der Schützengesellschaft Frauenfeld), "Die Gründung der Eidgenossenschaft" (1932), "Die Bundesfeier" (1934, preisgekrönt von der Schweizerischen Vereinigung für Heimatschutz), "Die Siegelung des Bundesbriefes" (selbstständiger Teil von "Die Gründung der Eidgenossenschaft", berndeutsche Fassung von Hans Nyffeler, uraufgeführt am 1.8.1934 vor dem Rathaus in Bern), "Festspiel zur 900-Jahrfeier der Gemeinde Grüningen" (1938), "Freiheitsmorgen" (Umarbeitung von "Die Gründung der Eidgenossenschaft", 1941 zur 650-Jahr-Feier im "Schützengarten" St. Gallen von der Grenzbrigade 8 mit über hundert Mitwirkenden aufgeführt), "Anno 1291. Es Spiil über d’Gründig vo der Eidgenosseschaft" (Uraufführung 1941 durch den →Dramatischen Verein Zürich, Regie: →Sigfrit Steiner), "Weihnachtsspiel" (Uraufführung 1942 durch den Stab des 4. Armeekorps), "Frauenfeld 1246/1946" (aufgeführt zur 700-Jahr-Feier von Frauenfeld 1946), "Der neue Bund" (aufgeführt am Eidgenössischen Sängerfest 1948), "Schwaderloh" (zur Jubiläumsfeier der Schlacht bei Schwaderloh 1499–1949), "Gottlieber Idyll" (zur 700-Jahr-Feier der Gemeinde Gottlieben 1251–1951), "Goldacher Offnung 1463–1963" (Festspiel zum 500-jährigen Bestehen der Gemeinde Goldach). Weitere Bühnenwerke: "Die Brücke" (Uraufführung 1935 an der Kantonsschule Frauenfeld), "Heini Wolleb" und "Besetztes Land" (Dramatisierung der gleichnamigen Romane K.s), "Verbrüderung". K. veröffentlichte auch Gedichte, Romane und Erzählungen. Initiant der thurgauischen Grenzlandhilfe 1946–48.



Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Hans Kriesi, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1037.

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