Hans Lietzau

Aus Theaterlexikon
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* 2.9.1913 Berlin (D), † 29./30.11.1991 Berlin (D). ∞ I. Alice Engel, Schauspielerin (1946–49 zusammen mit L. am →Stadttheater Bern engagiert), ∞ II. Carla Hagen, Schauspielerin.

Studium der Theaterwissenschaft bei Max Herrmann in Berlin, Schauspielausbildung an der Schauspielschule des Preußischen Staatstheaters Berlin bei Leopold Jeßner und Gustaf Gründgens. Engagements als Schauspieler 1935–37 in Kiel, 1937–39 in Leipzig, 1939–46 jugendlicher Charakterspieler, ab 1943 auch Regisseur am Burgtheater Wien. 1946–49 Schauspieler und Regisseur am Stadttheater Bern, spielte dort unter anderem den Teufel in →Charles Ferdinand Ramuz/Strawinskys "Die →Geschichte vom Soldaten"(Regie: →Werner Kraut), Yank in John Patricks "Das heisse Herz", Thomas Diaforius in Molières "Der eingebildete Kranke" (Regie: →Paul Kalbeck), Bill Page in van Drutens "Das Lied der Taube" sowie – in eigener Regie – Oderbruch in →Carl Zuckmayers "Des Teufels General". Ausserdem inszenierte L. unter anderem Lessings "Nathan der Weise", Strindbergs "Rausch", die Uraufführung von →Jakob Bührers "Judas Ischariot", Zuckmayers "Katharina Knie", Hays "Haben", die deutschsprachige Erstaufführung von Millers "Alle meine Söhne", Shaws "Candida", Shakespeares "Zweierlei Mass", Kleists "Der zerbrochene Krug", →Tibor Kasics’ Operette "Charleys Tante", Priestleys "Ein Inspektor kommt", Ostrowskis "Der Wald" und Goethes "Faust". 1949–51 Regisseur am Thalia-Theater Hamburg, 1951–54 am Landestheater Darmstadt, daneben als Gast am →Stadttheater Basel (1953 Schillers "Demetrius"), 1954–64 Oberspielleiter am Schiller- und Schloßpark-Theater Steglitz Berlin (1961 Uraufführung von Genets "Die Wände"), 1964–69 Oberspielleiter am Bayerischen Staatsschauspiel München (Ionescos "Die Stühle", Schillers "Die Räuber" und Heiner Müllers "Philoktet", alle drei eingeladen zum Berliner Theatertreffen; Claudels "Der seidene Schuh", Büchners "Woyzeck"), 1969/70 Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, 1972–80 Generalintendant des Schiller- und Schloßpark-Theaters Berlin/der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins, danach Gastinszenierungen unter anderem am →Schauspielhaus Zürich (1982 O’Caseys "Juno und der Pfau" mit →Hans Dieter Zeidler und L.s zweiter Frau Carla Hagen, 1987 Schweizer Erstaufführung von Bernhards "Der Theatermacher" mit →Hubert Kronlachner), am Bayerischen Staatsschauspiel und an den Kammerspielen München (1991 Barlachs "Der blaue Boll", eingeladen zum Berliner Theatertreffen 1992). L. war Mitglied der Akademie der Künste (Berlin), der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (Frankfurt am Main) und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (München).

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1968 Berliner Kunstpreis,
  • 1980 Professor h. c.,
  • 1984 Grosses Bundesverdienstkreuz sowie Ehrenmitgliedschaft der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins.

Literatur

  • Völker, Klaus: H. L., 1999.

Nachlass

  • Archiv der Akademie der Künste Berlin.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Hans Lietzau, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1111–1112.

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