Hans Mühlestein

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* 15.3.1887 Biel BE, † 25.5.1969 Zürich.

Nach einer Ausbildung zum Primarlehrer begann M. 1907 in Zürich das Studium der Geschichte und Philosophie, das er bald in verschiedenen deutschen Städten fortsetzte. 1918 nahm der engagierte Sozialist M. an der Novemberrevolution teil und kehrte nach deren Niederschlagung 1919 in die Schweiz zurück. 1928 promovierte M. über die Etrusker und erhielt 1929 einen Lehrauftrag in Frankfurt am Main. Daneben arbeitete er als freier Schriftsteller. Unter dem Eindruck nationalsozialistischer Übergriffe verliess M. 1932 Deutschland und liess sich in Maloja, Zürich und ab 1938 schliesslich in Celerina nieder. M. gab in seinen literarischen Werken – Gedichte, Romane, Dramen – wiederholt seiner sozialistischen Weltsicht Ausdruck und war Gründungsmitglied der Partei der Arbeit. 1948 wurde er an die Universität Leipzig berufen, konnte die Stelle aber wegen einer sowjetischen Einsprache nicht antreten. Bühnenwerke: "Giorgione" (1906), "Die Eidgenossen" (Uraufführung 1917, Kammerspiele Zürich), "Der Bund der Brüder" (1920), "Wieland der Schmied" (1920), "Karl der Kühne" (1920), "Menschen ohne Gott" (Uraufführung 14.4.1932, →Stadttheater Basel, Regie: →Oskar Wälterlin), "Der Diktator und der Tod" (Uraufführung 27.2.1933, →Stadttheater Bern), "Stella oder Zehn Minuten vor zwölf" (1937), "Courbet oder Die Säule schwankt" (1939), "Die Goldbarren" (1940). Der Nachlass enthält weitere ungedruckte Einakter.

Auszeichnungen

  • 1906 Preis der Schweizerischen Schillerstiftung,
  • 1933 Berner Dramenpreis.

Literatur

  • Kuster, Robert: H. M., 1984.
  • Käser-Leisibach, Ursula/Stern, Martin (Hg.): Kein einig Volk, 1993.

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Hans Mühlestein, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1285.

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