Hans Macke

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* 30.12.1908 Hannover (D), † 5.9.1984 Zürich. ∞ →Thea Obenaus, Tänzerin.

1924–27 Tanzeleve, dann Tänzer an den Städtischen Bühnen Hannover, 1927/28 am Staatstheater Berlin unter →Max Terpis. War 1928–33 Solotänzer, Ballettmeister und Choreograf am Hessischen Landestheater in Darmstadt, 1933–35 Tänzer an den Städtischen Bühnen Essen und 1935–39 Ballettmeister am Landestheater/Staatstheater Braunschweig. 1939–55 leitete er das Ballett des →Stadttheaters Zürich und prägte mit seinen durchdachten Tanzdramen die längste Epoche in der gesamten Theaterballett-Geschichte dieser Stadt. In der Nachfolge von →Pia und Pino Mlakar sorgte er dafür, dass die Ballettabende immer mehr Bedeutung gewannen. Es ging ihm um Inhalt und Gehalt. Die Formenstrenge und Expressivität seiner Choreografien dienten stets der Vermittlung einer Idee oder Handlung und stimmten mit den Kompositionen, meist Musik des 20. Jahrhunderts, überein. So arbeitete er in seinen Versionen von bekannten Werken wie Strawinskys "Petruschka", "Feuervogel", "Les Noces", "Pulcinella", "Le Renard" und "Persephone", Ravels "Daphnis und Chloë", "Boléro", "La Valse" und "L’Enfant et les sortilèges", Richard Strauss’ "Josephslegende", Bartóks "Der wunderbare Mandarin" und "Der holzgeschnitzte Prinz", Orffs "Carmina burana" sowie de Fallas "Der Liebeszauber" den dramatischen Kern, die Konsequenz des Handlungsablaufs und die besonderen Charaktere sorgfältig heraus. Er setzte auch seltener gespielte Ballette wie Werner Egks "Joan di Zarissa" und →Paul Hindemiths "Nobilissima visione" auf den Spielplan und choreografierte zu Musik von zeitgenössischen Schweizer Komponisten, so von Franz Tischhauser "Der Geburtstag der Infantin" und "Pêle-Mêle", von →Edward Staempfli "Choreographisches Divertimento", von →Arthur Honegger "Pastorale d’été", "Le Cantique des cantiques" und die Uraufführung der symphonie mimée "Horace victorieux", von →Huldreich Georg Früh "Promenade", von →André-François Marescotti "Les Anges du Greco" und von →Jean Binet "L’Ile enchantée". Auch Experimente mit Mischformen wie →Heinrich Sutermeisters Oper für Sopran, Chor und Ballett "Niobe" und die Inszenierung und Choreografie der Uraufführung von →Willy Burkhards Oper "Die schwarze Spinne" wurden dem Ballettmeister anvertraut. Der Erfolg rechtfertigte es, dass die Truppe sukzessive bis auf achtzehn Mitglieder vergrössert wurde. 1955 wurde M. als Ballettchef an die Hamburgische Staatsoper berufen, blieb aber nur eine Spielzeit. Nach seiner Rückkehr führte er in Zürich zusammen mit seiner Frau Thea Obenaus eine Schule.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Hans Macke, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1154.

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