Hans Meister

Aus Theaterlexikon
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* 13.10.1937 Schaffhausen, eigentlich Hans Georg M.

Ausbildung an der →Schweizerischen Theatertanzschule am →Stadttheater Zürich und bei →Mario Volkart in Zürich, Abschluss an der Royal Ballet School London. Erster Soloauftritt 1951 am Stadttheater in →Jaroslav Bergers "Adam Zéro" (Musik: Arthur Bliss). Engagements: 1957–62 Principal Dancer am National Ballet of Canada, 1962–66 unter Alicia Markova an der Metropolitan Opera New York. 1967/68 Solist am →Opernhaus Zürich, tanzte als Partner von →Gaye Fulton und Irena Milovan Siegfried in "Schwanensee" (Musik: Tschaikowsky), die männlichen Hauptrollen in →Nicholas Beriozoffs "Romeo und Julia" und "Cinderella" (Musik beide: Prokofjew), in →Gabriel Popescus "Der Mohr von Venedig" (Musik: Boris Blacher) und "Orpheus" (Musik: Strawinsky) sowie in Erich Walters "Pelleas und Melisande" (Musik: Schönberg). 1968–70 Praktikant beim Kirow-Ballett in Leningrad, trainierte in Alexander Puschkins Perfektionsklasse, trat als Partner von Gabriela Komleva regelmässig in "Giselle" (Musik: Adolphe Adam), "Schwanensee" und "Die Fontäne von Bachtschissarai" (Musik: Boris Assafjew) auf und eignete sich in einer allerdings inoffiziellen Pädagogikausbildung die Waganowa-Methodik an. Zwischen 1971 und 1986 sieben Tourneen durch die Sowjetunion. 1971–75 erster Solist an der Finnischen Nationaloper Helsinki. Dort interpretierte M. neben den Klassikern Charakterrollen wie Spartacus, Othello und Prospero und leitete das Männertraining. 1975 wurde er Ballettdirektor am Opernhaus Zürich und stellte eine Kompanie zusammen, die mit 46 Tänzerinnen und Tänzern den bisher höchsten Bestand erreichte. Mit →Jürg Burth als Stellvertreter pflegte er bis 1978 ein breites Repertoire, das von Ninette de Valois’ "The Rake’s Progress" (Musik: Gavin Gordon), Antony Tudors "Jardin aux lilas" (Musik: Ernest Chausson) und Kurt Jooss’ "Der grüne Tisch" (Musik: Fritz Cohen) bis zu László Seregis "Sylvia", Imre Keres’ "Coppélia" (Musik beide: Léo Delibes) und Werken George Balanchines reichte. Eigene Choreografien: 1976 "Der Nussknacker" (Tschaikowsky), wobei er die Kinder der von ihm reorganisierten Schweizerischen Theatertanzschule am Opernhaus und vor allem die von ihm gegründete Knabenklasse einsetzte, sowie im gleichen Jahr für Tschaikowskys Oper "Eugen Onegin" (nochmalige Onegin-Choreografie 1991, Regie: August Everding). Ab 1978 freischaffender Tänzer, Ballettmeister und internationaler Gastlehrer. Seit 1993 Inhaber der Académie de ballet Neuenburg. Verantwortlicher für klassischen Tanz beim →SDT, Präsident der 1997 gegründeten "Russian Ballet Association".

Auszeichnungen

  • 1987 Georg-Fischer-Preis, Schaffhausen.


Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Hans Meister, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1224, mit Abbildung auf S. 1224.

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