Hans Moeckel

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* 17.1.1923 St. Gallen, † 6.10.1983 Zürich. Sohn eines Musiklehrers, Vater des Musikers Thomas M.

Ausbildung am Konservatorium Zürich (1943 Abschluss mit Klavierdiplom). 1943–47 zweiter Kapellmeister am →Stadttheater St. Gallen, wo mehrere seiner Werke uraufgeführt wurden: 1943 die Ballette "Tredeschin" und "Frühlingsfieber" (Choreografie beide: →Mara Jovanovits), 1945 die komische Oper "Die gestörte Uraufführung" (Libretto und Regie: →Fritz Bois, musikalische Leitung: M.) und 1950 das Ballett "Das gläserne Herz" (Choreografie: Jovanovits). Über die Vermittlung von →Hermann Scherchen kam M. zum Schweizer Radio: zunächst als Gastdirigent, ab 1947 als Pianist, Komponist, Arrangeur beim Radio Studio Basel und stellvertretender Dirigent des Radioorchesters, später als künstlerischer Leiter und Dirigent der DRS-Big-Band sowie ab 1966 des Unterhaltungsorchesters des Schweizer Radios. Daneben war er Dirigent mehrerer Orchester, unter anderem der Stadtmusik Zürich, und unterrichtete am Konservatorium Zürich das Fach Arrangement für modernes Blasorchester. Ein besonderes Anliegen war ihm die moderne Blasmusik. Seit seinen ersten Kompositionen für das →Cabaret Federal in den fünfziger Jahren spielte M. eine wichtige Rolle für das Schweizer Kabarett und Unterhaltungstheater. Er schrieb zusammen mit →Hans Gmür und →Karl Suter die Musicals "Bibi Balù"(1965), "Golden Girl" (1967), "Pfui Martina" (1968) und "Viva Banana" (1972), die – produziert von Edi Baur – jeweils unter Suters Regie mit →Ines Torelli in der Hauptrolle erfolgreich am →Theater am Hechtplatz in Zürich uraufgeführt wurden. Am →Stadttheater Basel erfolgte 1962 die Uraufführung seines Musicals "Spalebärg 77a" (Text: →Hans Hausmann und Hans Peter Hort) mit →Margrit Rainer und →Ruedi Walter und M.s langjähriger Lebensgefährtin →Trudi Roth (Regie: Hausmann, musikalische Leitung: M.). Für das →Opernhaus Zürich schuf er in Zusammenarbeit mit Gmür und →Jörg Schneider die Kindermusicals "Zauber Zirkus Zuckerhut" (1979) und "Hü! Rössli Hü!"(1981). Ausserdem Kompositionen für mehrere Kabarettisten (etwa →César Keiser/→Margrit Läubli und →Alfred Rasser), verschiedene Cabaret-Revuen (darunter 1961 "Bonifazius und die Wunderlampe" von Suter und Gmür am Theater am Hechtplatz) und Bühnenmusiken (beispielsweise für →Max Rüegers Lustspiel "Hochzeit in Hägglingen", 1975 von →Inigo Gallo am →Bernhard-Theater Zürich uraufgeführt). Daneben komponierte er Musik zu Hörspielen, Dokumentar- und Spielfilmen.

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autorinnen: Ingrid Bigler-Marschall/Tanja Stenzl



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid/ Stenzl, Tanja: Hans Moeckel, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1255–1256. [[Category:A-Z|Moeckel, Hans]