Hans Rudolf Hubler

Aus Theaterlexikon
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* 6.6.1922 Bern.

H. besuchte die Schulen in Laupen und 1938–42 das Lehrerseminar Hofwil, wo er das Primarlehrerpatent erwarb. Anschliessend arbeitete er als Lehrer und ab 1949 als Mitarbeiter von Radio Studio Bern, dort 1959–70 Ressortleiter für das Dialekthörspiel, 1970–84 Abteilungsleiter bei Schweizer Radio DRS, bis 1993 Schlossverwalter in Spiez. H. produzierte populäre Hörspiele und Hörfolgen, unter anderem →Jeremias Gotthelfs "Der Bauernspiegel" (1961–62) und "Geld und Geist" (1965–66). Mit "Lützelflüeh" (1954) verfasste er eine Gotthelf-Chronik für die Bühne. Es folgten zahlreiche berndeutsche Lustspiele, darunter "Wüeschti Ching" (1957), "Es geit is eifach schlächt" (Szenen, 1958), "Frou Grächtigkeit het der Chopf verlore" (1960), "Susi im Waldsee" (1960) und "G. G., der Husgeischt" (1981). Das hochdeutsche Schauspiel "Der Hauptmann braucht keinen Urlaub" entstand 1961 nach Gerhard Rasmussens gleichnamigen Roman. H. verfasste zahlreiche Festspiele, so das "Bärner Liederspiel" (Bernisches Kantonal-Gesangfest, 1956) und "Das Bernerspiel 1964" für den Berner Tag der Schweizerischen Landesausstellung Expo 64 in Lausanne (11.9.1964, unter Mitarbeit von →Arnold H. Schwengeler, Jean Scheidegger und Georges Grosjean, Regie: →Josef Berger). Für die jährlichen Bundesfeiern in Biel lieferte er regelmässig Freilichtspiele, die im "Ring" uraufgeführt wurden, etwa "Das kleine Brunnenspiel" (1954), "Das Spiel vom Ring" (1955), "Das Spiel vom Bieler Wappen" (1960) und "Das kleine Spiel vom Helfen" (1967). Weitere Festspiele (Auswahl): "Bsinn-Di. Es Spiel zum Bundesjahr 1953", "Mir schwyge nid! Es Bundesfyrspiel für üsi Zyt" (1959), "Das Spiel vom wahren Gehorsam. Zur 700-Jahrfeier der Handveste Thun" (1964), "Das Uttewiler Wochenspiel" (zur Feier von vierzig Jahre Bäuerinnenschule Uttewil, 1969), "Liechter uf Loupe" (1989). Zuletzt erschienen vorwiegend Schul- ("Der Bucklige", 1999), Märchen- ("Felix Nadelfein", 1999) und Weihnachtsspiele ("Das ewig Licht geht da herein", 1961, "D’Flucht nach Ägypte", "Beth-Lehem", "Das Linnen", "Chüniginne", alle 1990). 1999 übersetzte H. Mistrals provenzalisches Versepos "Mirèio" ins Berndeutsche.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1961 Kunstpreis der Stadt Biel,
  • 1966 Literaturpreis der Stadt Bern,
  • 1984 Radiopreis der Berner Radio- und Fernsehgesellschaft.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Hans Rudolf Hubler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 884–885.

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