Hans Storck

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 11.8.1897 Magdeburg (D), † 22.5.1962 Stuttgart (D), auch Hanns S.

S. war 1926–31 Solotänzer und Ballettmeister am →Stadttheater Zürich. Als Nachfolger von →Willy Godlewski baute er die kleine Zürcher Truppe weiter aus. Bereits in seiner ersten Spielzeit zählten die Solistin Isolde Rogorsch, sechs Tänzerinnen, sechzehn Schülerinnen der Tanzschule sowie Annemarie Sutter für die Kinderrollen zum Ensemble. Da S. während seiner gesamten Ära der einzige männliche Tänzer war, musste er zum Beispiel 1927/28 die Rolle des Mohren in Strawinskys "Petruschka" mit der Tänzerin →Edith Carola besetzen. Angesichts der beschränkten Möglichkeiten leistete S. Beeindruckendes, entfachte mit den Tanzeinlagen in Opern und Operetten von Anfang an Begeisterungsstürme und erweckte mit den eigenen Tanzabenden grosses Interesse. 1926/27 gestaltete er ein Divertissement zu Tschaikowskys "Nussknacker"-Suite, die tänzerische Märchenpantomime "Der Zaubergeiger", Mozarts "Les Petits Riens" als Handlungsballett und das heroische Tanzspiel "Prometheus" (Libretto: →Max Terpis, Musik: Hubert Pataky). 1927/28 folgten die Polowetzer Tänze in Alexander Borodins Oper "Fürst Igor", "Petruschka" (Musik: Strawinsky) mit S. in der Titelrolle sowie Delibes’ "Coppélia" mit einem Tschaikowsky-Divertissement in Bühnenbildern der russischen Maler Sudeikin und Korovin. Zur Schubert-Gedenkfeier gab es 1928/29 temperamentvoll choreografierte Schubert-Tänze nach dessen Singspiel "Der häusliche Krieg". Oft wurde Ballett mit Opern wie Mascagnis "Cavalleria rusticana" und Puccinis "Gianni Schicchi" kombiniert. So folgte auf Leoncavallos "Bajazzo" Bernhard Sekles Tanzspiel "Der Zwerg und die Infantin", das teilweise von Sängerinnen und Sängern interpretiert wurde. S. ging 1932 als Ballettmeister an die Städtischen Bühnen Magdeburg.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Hans Storck, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1761.

Normdaten