Hansjörg Schertenleib

Aus Theaterlexikon - CH
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* 4.11.1957 Zürich.

S. besuchte die Gestalterische Berufsmittelschule an der Kunstgewerbeschule Zürich und absolvierte eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Längere Aufenthalte in Norwegen und Wien. Seit 1981 arbeitete er als freier Schriftsteller sowie als Film- und Rockkritiker für Zeitschriften und Rundfunk. 1992–93 war S. als Stipendiat der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr in London, seit 1996 lebt er in Irland. Als Bühnenautor debütierte S. mit "Stoffmann und Herz" (Uraufführung 8.11.1988, →Stadttheater Luzern, Regie: →Christoph Haering). 1991/92 war er unter →Frank Baumbauer Hausautor am →Theater Basel. S.s "Schilten"– eine Dramatisierung von Hermann Burgers gleichnamigem Roman – wurde vom Theater Basel im Kannenfeldpark uraufgeführt (28.2.1992, Regie: →Jossi Wieler). In seinem Stück "Rabenland" (Uraufführung 26.3.1993, Bayerisches Staatsschauspiel München; Schweizer Erstaufführung 4.11.1994, Stadttheater Luzern) zeigt er eine Gruppe Jugendlicher, die zu einem Anschlag auf ein Asylbewerberheim aufgehetzt wird. Eine weitere Romanbearbeitung entstand 1993 gemeinsam mit dem Choreografen Johann Kresnik: "Mars" nach Fritz Zorn wurde in dieser Fassung am 15.5.1993 am Theater Basel uraufgeführt. Für Ismael Ivos Tanztheater "Francis Bacon" verfasste S. das Libretto (Uraufführung 18.12.1993, Theaterhaus Stuttgart, Regie: Kresnik; Schweizer Erstaufführung 1994 im →Theaterhaus Gessnerallee). S. schreibt auch Lyrik, Erzählungen, Romane ("Das Zimmer der Signora", 1996) sowie Hörspiele ("Fax", 1998). Zusammen mit Rolando Colla verfasste er die Drehbücher zu dessen Filmen "Jagdzeit" (1994) und "Le monde à l’envers" (1998). Weitere Bühnenwerke: "Gewölbe" (Uraufführung 24.10.1996, →Stadttheater St. Gallen, Regie: Volker Lösch), "Das Loch" (1997).

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1983 Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis,
  • 1988 und 1996 Preise der Schweizerischen Schillerstiftung,
  • 1989 Hermann-Ganz-Preis,
  • 1995 Kranichsteiner Literaturpreis,
  • 1999 Werkjahr der Pro Helvetia,
  • 2003 Anerkennungsgabe der Stadt Zürich.


Autorin: Brigitte Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Marschall, Brigitte: Hansjörg Schertenleib, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1602, mit Abbildung auf S. 1602.

Normdaten

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