Hanspeter Blumer

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* 26.7.1938 Weinfelden TG.

Nach einer kaufmännischen Lehre 1958–61 Schauspielausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule und bei →Linde Strube in Zollikon. 1962/63 Engagement am Theater der Altstadt in Stuttgart. 1963–66 Studium der Theaterwissenschaft an der Universität Wien und parallel dazu Besuch der Regieklasse an der Kunstakademie Wien. 1966–68 an der →Komödie in Basel unter →Egon Karter als Regieassistent und in einzelnen Rollen. Dort auch erste eigene Inszenierungen (Ortons "Die Beute" und Kopits "Kammermusik"). 1967/68 Regie bei Machiavellis "Mandragola" am Theater der Altstadt in Stuttgart und Frank Marcus’ "Schwester George muss sterben" am Zimmertheater in Münster. 1968–70 Engagement als Regisseur am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (unter anderem →Adolf Muschgs "Rumpelstilz" und Becketts "Endspiel"). Als Schauspieler trat er dort unter anderem als La Flèche in Molières "Der Geizige" (1968) und als Theodor in Schnitzlers "Liebelei" (1969) auf. 1970/71 wurde B. nach der vorzeitigen Auflösung des Vertrags von Direktor Heinz Zimmermann für ein Jahr mit der Interimsleitung des Städtebundtheaters Biel-Solothurn betraut. Sein Spielplan beinhaltete auch einige zeitgenössische und hierzulande noch wenig bekannte Autoren (die Schweizer Erstaufführungen von Peter Tersons "Mooneys Wohnwagen" und Horváths "Zur schönen Aussicht", Peter Hacks’ "Die Schlacht bei Lobositz"); selbst inszenierte er Shakespeares "Was ihr wollt", Kohouts "August August, August" (Schweizer Erstaufführung) und Verdis "La Traviata". 1971–77 als Regisseur und ab 1972 auch als Schauspieler am →Stadttheater St. Gallen tätig. Zahlreiche Inszenierungen, unter anderen Handkes "Kaspar", Strindbergs "Fräulein Julie", Kroetz’ "Wildwechsel" und "Oberösterreich", Ortons "Beute" und Fleißers "Fegefeuer in Ingolstadt" sowie Rollen, unter anderem auch in Operetten und anderen musikalischen Produktionen, so etwa kleinere Rollen in Feydeaus "Der Floh im Ohr" und in Nestroys "Der böse Geist Lumpazivagabundus". 1978/79 als Regisseur, Schauspieler und auch als Autor am Theater Oberhausen (Kinder- und Jugendtheater). Danach diverse verschiedene Tätigkeiten: Er erarbeitete im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen Theaterprojekte für Jugendliche, spielte in Film- und Fernsehproduktionen, war 1981–90 als Drehbuchautor, Dramaturg und Regisseur bei der AAG Internationalen Film- und TV-Produktion in Düsseldorf tätig, 1985–87 Stückverträge am →Atelier-Theater, Bern BE. 1987–90 Weiterbildung in Kunsttherapie und Psychologie am integrativen Ausbildungszentrum Zürich (Stiftung IAC). 1991–94 Projektleiter, Regisseur und Kunsttherapeut am Institut für integratives Theater im baslerischen Riehen. Seit 1994 leitet er ein eigenes Institut im bernischen Rumisberg.

Literatur

  • Gojan, Simone/Krafka, Elke (Hg.): Theater Biel Solothurn – Théâtre Bienne Soleure, 2004.


Autor: Kurt Bigger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigger, Kurt: Hanspeter Blumer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 221–222.

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