Hansueli Trüb

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* 28.7.1951 St. Gallen.

Ausbildung zum Sekundarlehrer. 1976–80 Lehrer in einem Erziehungsheim. Bereits als Zwölfjähriger erstes Marionettenspiel aufgeführt ("Bruder Lustig"). 1967–80 Mitarbeiter des →St. Galler Puppentheaters, ab 1969 als Spieler, ab 1972 als selbstständiger Regisseur (unter anderem 1978 "Streiflichter", gezeigt zusammen mit →Rudolf Stössels "Schatten am Rande", und 1979 "Die weisse Karawane" nach Elsa Sophia von Kamphoevener). Weiterbildung in Ausdruckstanz, Pantomime, Lichtdesign, Schattenspiel und Gesang. 1980 Aufgabe des Lehrerberufs, seitdem freischaffender Puppenspieler unter dem Namen "Figurentheater Hansueli T.". Es folgten zahlreiche Figurentheaterproduktionen, unter anderem 1980 das Freilichtspiel "S’Fescht", 1981 "Iwan der Dummling" nach Tolstoi, gezeigt auf Tournee mit Zigeunerwagen durch die Deutschschweiz, 1983 "Schwizerchäs und Mohrechöpf", in Koregie mit René Munz, als Auftragsproduktion der Swissaid (Schweizer Hilfswerk für Entwicklungshilfe) auf Zelttournee durch die Deutschschweiz, 1986 "Schattenrisse", Nummernprogramm von T. mit Texten von Ernst Jandl, Georg Danzer und anderen, gezeigt an mehreren Festivals, 1988 "Saperlotria und sein Zauberwürfel". Seit 1989 nennt T. sein Figurentheater →Theater-Pack. In der Regie von T. folgten 1990 "Eisen-Wahn" (mit Tanz), 1993 "Dr. Johannes Faust" nach Goethe, Marlowe, dem Puppenspiel und dem Volksbuch, eine Koproduktion des Theater-Packs und des →Fährbetriebs im Auftrag von Open Opera St. Gallen (Koregie: →Kurt Fröhlich) und 1994 die Madrigalkomödie "Barca di Venetia per Padova" von Adriano Banchieri im Auftrag des Glarner Madrigalchors. Seit 1994 überliess T. die Regie vermehrt anderen. Weiterhin zeichnete er verantwortlich für Idee und Konzeption der Produktionen des Theater-Packs, baute (nun meist in Zusammenarbeit mit anderen) die Figuren und trat als Spieler auf. Als Gastregisseur wirkte T. am →Teatro dei Fauni in Locarno und beim Glarner Madrigalchor (beispielsweise 2001 "Die schwarze Spinne" von →Heinrich Sutermeister). Für Open Opera war er als Lichtdesigner tätig (unter anderem 1995 für Händels "Herakles" und 1998 für die Uraufführung von Alfons Karl Zwickers "Die Höllenmaschine"); seit 1999 ist er Mitglied der Leitung. Seit 1998 Mitglied der Programmkommission des →Figura Theater Festivals in Baden. 1980 und 1988 Lehrauftrag am Figurentheater-Kolleg Bochum und 1998 an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart, Abteilung Figurentheater. Zahlreiche Kurse für Schattenspiel, Marionettenbau, Figurenspiel und Beleuchtung. 1989 Ausstellung "Das Original und seine Schatten" zum 85. Geburtstag von Stössel (Herausgeber des Buchs "Rudolf Stössel. Einblicke, Rückblicke, Lichtblicke") und 1991 Wanderausstellung "Theater/Théâtre/Teatro fragile" (beide zusammen mit Fröhlich). 1981–90 Vorstandsmitglied der →SVfP. Seit 1997 Vorstandsmitglied der →VTS.

Auszeichnungen

  • 1986 Förderungs- und Anerkennungspreis der Stadt St. Gallen für die Produktion "Schattenrisse".

Literatur

  • 20 Jahre packendes Theater, herausgegeben vom Förderverein Theater-Pack, 2000.


Autor/Autorin: Peter Arnold/Christine Wyss



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Arnold, Peter/Wyss, Christine: Hansueli Trüb, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1971.

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