Hansy von Krauss

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* 6.3.1913 Wien (A). ∞ →Walter Lederer, Sänger und Regisseur. Tochter des Kammersängers Hans Duhan, Spielleiter an der Wiener Staatsoper, Halbschwester der Schauspielerin →Eva-Maria Duhan.

Ausbildung in ihrer Heimatstadt: 1925–30 Tanzschule von Gertrud Bodenwieser und Ballett-Akademie Wien sowie 1930–32 private Gesangsausbildung bei Paul Ulanowsky und Anton Tausche. Engagements 1933/34 am Stadttheater Gablonz an der Neisse, wo K. 1933 als Kondja Gül in Falls "Die Rose von Stambul" debütierte, im Sommer 1934 in Franzensbad, 1934/35 am Stadttheater Innsbruck, 1935/36 am Neuen Operettentheater Leipzig, 1936–39 am →Stadttheater Zürich sowie 1939–54 und 1955/56 am →Stadttheater Bern. K. gehörte als charmante, spiel- und stimmbegabte erste Sängerin in den Operettenensembles von Zürich und Bern zu den Publikumslieblingen. Ihr grosses Repertoire umfasste unter anderem Victoria in Abrahams "Victoria und ihr Husar", Josepha Vogelhuber in →Ralph Benatzkys "Im weissen Rössl", Kaiserin Maria Theresia in Falls "Die Kaiserin", Komtesse Josefine in Jarnos "Die Försterchristl", die Kálmán-Partien Sylva Varescu in "Die Csárdásfürstin", Fedora Palinska in "Die Zirkusprinzessin" und die Titelpartie in "Gräfin Mariza", die Titelpartie in Fritz Kreislers "Sissy", die Lehár-Partien Friederike und Giuditta in den gleichnamigen Operetten (letztere 1942 in Bern unter der Leitung des Komponisten), Lisa in "Das Land des Lächelns", Hanna Glawari in "Die lustige Witwe" und Sonja in "Der Zarewitsch", Laura in Millöckers "Der Bettelstudent" und Gräfin Carlotta in dessen "Gasparone", Helena in Nedbals "Polenblut", die Titelpartie in Offenbachs "La Belle Hélène", Evelyne Valera in Raymonds "Maske in Blau", die Titelpartie in Oscar Straus’ "Die Teresina" und Prinzessin Helene in dessen "Walzertraum", Rosalinde in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Gabriele in dessen "Wiener Blut" und Saffi in "Der Zigeunerbaron", Giovanni Boccaccio in Suppés "Boccaccio" sowie Kurfürstin Marie in Zellers "Der Vogelhändler". Ausserdem trat sie in zahlreichen Uraufführungen auf, so in Zürich in →Paul Burkhards "3 x Georges" (1936 als Florence), →Victor Reinshagens "Grete im Glück" (1936 als Yvonne Vallière) und "Tanz um Daisy" (1938 als Daisy Dumont), Benatzkys "Herzen im Schnee" (1936 als Margret Smith), Joseph Beers "Polnische Hochzeit" (1937 als Jadja), Leo Aschers "Hochzeitswalzer" (1937 als Grossherzogin/Prinzessin Marie) und Hans Mays "Der König der Zigeuner" (1937 als Pamela) sowie in Bern in Kálmáns letzter Operette "Arizona-Lady" (1954 als Lona Farrell, Regie: Lederer, musikalische Leitung: Georg Meyer). K. gastierte unter anderem in Amsterdam (1936), am Staatstheater am Gärtnerplatz München (1939 und 1948), in Augsburg (1947) und Düsseldorf (1947). Sie übernahm gelegentlich Opernpartien, so zum Beispiel Giulietta in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann" (Bern, 1952) und die Titelpartie in Charpentiers "Louise" (Bern, 1951). 1956 zog sich K. von der Bühne zurück.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Hansy von Krauss, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1031–1032.

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