Heddy Maria Wettstein

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* 4.9.1911 Wädenswil ZH.

Anfang der dreissiger Jahre Ausbildung an der Günther-Schule für Gymnastik, Rhythmik und künstlerischen Tanz in München (Leitung: Dorothee Günther und Carl Orff), Weiterbildung in einem Sommerkurs der Tanzabteilung der Folkwangschule Essen bei Kurt Jooss. Im Februar 1933 eröffnete W. eine Bewegungsschule in Zürich mit Kursen in Gymnastik, Rhythmik und Tanz. Schauspielausbildung privat bei →Leonard Steckel und am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Engagements – zunächst unter dem Namen Häddy W. – 1937 an der Schweizerischen Volksbühne, 1937–39 als Naive unter der Direktion von →Leo Delsen am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, anschliessend bis 1943 an den Vereinigten Theatern München-Gladbach und Rheydt, 1944 bei der →Schweizer Soldaten-Bühne "Bärentatze" (unter anderem Sekretärin in Jürg Stalders "5 Kameraden"), 1944/45 als Margrit Ziegler in der Uraufführung von →Elsie Attenhofers "Wer wirft den ersten Stein?"(Regie: →Max Werner Lenz) im →Küchlin-Theater Basel und danach auf Tournee durch die Schweiz, 1946 am →Sommertheater Winterthur. 1947 Schweizer Tournee mit einem literarischen Kabarettprogramm zusammen mit →Wilfried Scheitlin. 1948 Tournee mit einer Produktion von Lenz’ "Kismet". Danach diverse Rezitationsabende, Gastspiele, Tätigkeit als Lehrerin für Gymnastik und Rhythmik in Zürich. 1952 trat W. – von nun an unter dem Namen Heddy Maria W. – erstmals mit einem Monodrama auf: Unter der Regie von Steckel spielte sie Strindbergs "Die Stärkere". Es folgten verschiedene weitere Monodramen (darunter →Hermann Kessers "Schwester Henriette", Dorothy Parkers "Begegnung zwischen Schwarz und Weiss", →Ettore Cellas Bearbeitung von Tschechows "Koketterie"), mit denen W. in der Schweiz und Deutschland gastierte, so 1953 in Aachen, Düsseldorf und Stuttgart, 1957 in Genf, 1959–60 in Kiel, Hamburg, Lübeck, Mönchengladbach. Am 1.2.1964 eröffnete sie in ihren Probe- und Gymnastikräumen im dritten Stock der Villa Tobler in Zürich das Zimmertheater Heddy Maria Wettstein (ab 1972 umbenannt in →Theater Heddy Maria Wettstein), in welchem sie in der Folge Monodramen verschiedener, häufig auch Schweizer Autoren und ab 1972 zusätzlich Mehrpersonenstücke spielte. Daneben gastierte sie weiterhin mit Monodramen in der Schweiz, aber auch in Israel, Grossbritannien und der DDR. Seit der Schliessung des Theaters 1998 produzierte W. jährlich mindestens ein Stück, das meistens im →Theater am Hechtplatz Zürich oder im Miller’s Studio Zürich aufgeführt wurde. W. verkörperte seit 1940 diverse Rollen in Schweizer Filmen, darunter in →Alfred Rassers "HD Läppli" (1960) und "Demokrat Läppli" (1961) sowie in →Rolf Lyssys "Eugen heisst wohlgeboren" (1968).

Auszeichnungen

  • 2005 Kulturpreis der Gemeinde Küsnacht.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Heddy Maria Wettstein, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2087–2088, mit Abbildung auf S. 2088.

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