Hedwig Künzi

Aus Theaterlexikon
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* 29.1.1906 Aarberg BE, † 9.1.2004 Bern.

Besuch des Lehrerseminars, Abschluss mit dem Lehrdiplom, danach Lehrtätigkeit. Bereits als Seminaristin Besuch der Schule für Bewegung von Emmy Sauerbeck in Bern, weitere Kurse bei Sauerbeck und Trix Gutekunst (→Beatrice Tschumi) in Ballett und Akrobatik. Bis 1928/29 zudem Ausbildung als Rhythmik- und Turnlehrerin (Diplom Emmy Sauerbeck). 1926 Studien an der Tanzschule von →Berthe Trümpy und →Vera Skoronel in Berlin. 1930 nahm K. in München erstmals an einem von →Mary Wigman geleiteten internationalen Tanzkurs im Künstlerhaus am Lenbachplatz teil, es folgten 1930–36 jährliche Weiterbildungen in Dresden bei Wigman. Aufnahmen der Fotografin Charlotte Rudolf, die K.s frühe Tänze und Übungen in Dresden dokumentieren, zeigen viel von der raumgreifenden Energie K.s. 1926 erster Soloauftritt als Amor in Mozarts "Les Petits Riens" am →Stadttheater Bern. Dort wurde K. häufiger für kleine Tanzrollen verpflichtet; vor allem trat sie in den dreissiger Jahren jedoch gemeinsam mit anderen Tänzerinnen (→Hilde Baumann, Cornelia Zinsli, Karen Akesson) in eigenen Choreografien auf, die sie im Kronensaal des →Kursaals Bern zeigten. An ihrem ersten grossen Abend (1931) tanzte sie dort nach Kompositionen von →Arthur Honegger und Sibelius. Sie organisierte aber auch Tanzabende mit Schülerinnen ihrer Tanzschule im Kursaal, 1937 Claude Debussys Ballett "La Boîte à joujoux" mit K. als Policinelle und Baumann als Soldat. Masken und Kostüme schuf K. meist selbst, beispielsweise für "Der böse Traum vom König von China" nach Hans Christian Andersens Märchen "Die Nachtigall". Sie leitete zudem Kurse in "tänzerischer Gymnastik" (Körper- und Tanztechnik) für Kinder und Erwachsene. Ein Skiunfall 1939 beendete ihre Karriere als Tänzerin. 1941 trat K. im Rahmen des Ballettabends des Orchestervereins ein letztes Mal auf und tanzte Saint-Saëns’ "Danse macabre". Danach war sie bis zu ihrer Pensionierung hauptamtlich als Lehrerin an verschiedenen Berner Schulen tätig.



Autorin: Veronika Minder



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Minder, Veronika: Hedwig Künzi, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1055–1056.

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