Heidi Fischer

Aus Theaterlexikon
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* 17.11.1947 Graz (A). ∞ 1969 →Erich F., Bühnenbildner.

Aufgewachsen in Innsbruck und Zürich. 1965 Praktikum als Kostümmalerin am →Opernhaus Zürich, Zürich ZH. 1966–69 Studium an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. Bis in die neunziger Jahre war F. unter dem Namen Heidelinde Bruss als Kostümbildnerin tätig. 1969 erste eigene Kostümentwürfe für "Pünktchen und Anton" nach Erich Kästner (Regie: →Manfred Schwarz) am Theater für Vorarlberg in Bregenz. Kostümbildnerin 1970–72 am Stadttheater Ingolstadt, 1972/73 an der Städtischen Bühne Heidelberg, 1973/74 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart, 1973–78 am Theater der Freien Hansestadt Bremen. 1978–89 kontinuierliche Arbeit an der Städtischen Bühne/am Theater der Stadt Heidelberg. Dort regelmässige Zusammenarbeit mit dem Regisseur →David Mouchtar-Samorai und ihrem Ehemann Erich F. (unter anderem 1979 Gogols "Der Revisor", 1980 Shakespeares "Viel Lärm um nichts", 1981 Marlowes "Edward II.", alle eingeladen zum Berliner Theatertreffen) sowie mit Johann Kresnik (1980 "Familiendialog" nach Helm Stierlin). Mit Mouchtar-Samorai und Fischer als Gast an den →Basler Theatern (1980 Ionescos "Die Nashörner", 1981 Arrabals "Der Architekt und der Kaiser von Assyrien", 1982 Kafka-Projekt "Josef K.") und am Schauspiel Frankfurt. In Basel schuf sie 1982 die Kostüme zur Uraufführung von Ionescos "Reise zu den Toten" (Regie: →Wolfgang Quetes). 1983–88 war F. an den Basler Theatern fest engagiert, arbeitete mit Mouchtar-Samorai (1984 "Vivat den Unterlegenen" nach Sean O’Casey, 1986 "König Mensch", eingerichtet von Mouchtar-Samorai und Johann Sauer nach englischen Morality-Plays), Quetes, →Mark Zurmühle (1985 Lessings "Minna von Barnhelm", 1986 Kleists "Der zerbrochne Krug"), Frank Hoffmann, →Erich Holliger (1985 Händels "Admeto") und →Georges Delnon (1987 Brittens "The Rape of Lucretia"). Daneben arbeitete sie in Heidelberg und gastierte unter anderem am Staatstheater Darmstadt, am →Stadttheater Luzern (1988 Sophokles’ "König Oedipus", Regie: →Horst Statkus), am Schauspiel Bonn und am Schauspielhaus Köln. 1990–2000 war sie – nun unter dem Namen Heidi F. – Leiterin und Ausstatterin des Basler Jugendtheaters (seit 1993 →Junges Theater Basel). Dort Zusammenarbeit mit den Regisseuren Sebastian Nübling (unter anderem 2000 Edna Mazyas "Die Schaukel"), Daniel Wahl, Corinne Eckenstein, Rafael Sanchez. 1992 inszenierte sie selbst →Markus Köbelis "Zimmer frei" als Koproduktion mit dem →Theater Spilkischte in Basel. Daneben weiterhin Kostümbildnerin – unter dem Namen Bruss – unter anderem am Stadttheater Luzern (1992 Janáčeks "Jenufa", Regie: Quetes, 1999 "La Fille mal gardée", Choreografie: →Richard Wherlock), am →Stadttheater Bern, Bern BE (1994 →Richard Wagners "Der fliegende Holländer", Regie: Delnon) und bei den Bregenzer Festspielen sowie – unter dem Namen F. – am →Stadttheater St. Gallen (1998 Ionescos "Der König stirbt", Regie: Holger Scharnberg) und am Theater Basel (2001 Jaan Tättes "Bungee Jumping" und 2002 die deutschsprachige Erstaufführung von Tony Kushners "Homebody/Kabul", Regie jeweils: Sanchez).



Autor: Alfred Ziltener



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Ziltener, Alfred: Heidi Fischer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 599.