Heinz Huggler

Aus Theaterlexikon
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* 27.3.1911 Münchenstein BL, † 13.1.1980 St. Gallen.

Studium bei Alfredo Cairati in Zürich und 1937–38 am Neuen Konservatorium in Wien. 1938/39 erstes Engagement am →Stadttheater Basel, wo er als Narraboth in Richard Strauss’ "Salome" debütierte. 1939–77 war H. am →Stadttheater St. Gallen engagiert. H. gehörte während Jahrzehnten zu den Stützen des St. Galler Ensembles, zuerst als lyrischer Tenor, in späteren Jahren als ein mit feinem Humor begabter Darsteller komischer Rollen in Operetten. H. hatte seine grössten Erfolge als Mozart-Sänger: als Bastien in "Bastien und Bastienne", Ferrando in "Così fan tutte", Don Ottavio in "Don Giovanni", Belmonte in "Die Entführung aus dem Serail", Don Anchise in "La finta giardiniera", Don Basilio in "Le nozze di Figaro", Tamino in "Die Zauberflöte". Weitere herausragende Aufgaben seines grossen Rollenspektrums waren: Haroun in Bizets "Djamileh", Graf Armand in Luigi Cherubinis "Les Deux Journées, ou le Porteur d’eau", Paolino in Domenico Cimarosas "Il matrimonio segreto", Ecclitico in Haydns "Il mondo della luna", Octavio in Lehárs "Giuditta", Fenton in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", Orphée und Piquillo in Offenbachs "Orphée aux enfers" und "La Périchole", Erwin in →Othmar Schoecks "Erwin und Elmire", Prinz Felix in Schubert/→Otto Maag/→Felix Weingartners "Schneewittchen", Wilhelm Meister in Ambroise Thomas’ "Mignon". H. war auch an mehreren Uraufführungen beteiligt: 1945 Adolar Wendt in →Hans Moeckel/→Fritz Bois’ "Die gestörte Uraufführung" (Regie: Bois, musikalische Leitung: Moeckel), 1949 Pierrot in Max Haefelins "Notturno" (Regie: →Karl Ferber, musikalische Leitung: →Richard Neumann) und 1957 Claudio in →Paul Hubers "Das Schaufenster" (Regie: →Wolfgang Dörich, musikalische Leitung: →Max Lang). Gastverpflichtungen am Stadttheater Basel, am →Stadttheater Luzern (unter anderem 1947/48 Ulisse in Glucks "Il Telemaco ossia L’isola di Circe") und am →Stadttheater Zürich (unter anderem 1951/52 Chateauneuf in Lortzings "Zar und Zimmermann", 1953/54 Baron Kronthal in Lortzings "Der Wildschütz"). Grosse Bedeutung als Oratorien- und Liedersänger. Langjährige Tätigkeit als Gesangspädagoge.

Auszeichnungen

  • 1970 Anerkennungspreis der Stadt St. Gallen.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Heinz Huggler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 887–888.

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