Heinz Rehfuss

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 25.5.1917 Frankfurt am Main (D), † 27.6.1988 Buffalo (USA). Sohn des Sängers und Gesangspädagogen Carl R. und der Sängerin Florentine Peichert.

In Neuenburg aufgewachsen, studierte R. am dortigen Konservatorium bei seinem Vater. Engagements 1938/39 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, 1939/40 am →Stadttheater Luzern und 1940–52 am →Stadttheater Zürich. Zu den Höhepunkten im Repertoire des Bassbaritons am Stadttheater Zürich zählten unter anderem Don Pizarro in Beethovens "Fidelio", die Titelpartie in Händels "Giulio Cesare in Egitto", die Mozart-Partien Don Alfonso in "Così fan tutte", Don Giovanni in der gleichnamigen Oper und Conte Almaviva in "Le nozze di Figaro", Pimen in Mussorgskys "Boris Godunow" und Dosifej in dessen "Chowanschtschina", Sir Morosus in Richard Strauss’ "Die schweigsame Frau", Grande Inquisitore in Verdis "Don Carlo" und Klingsor in →Richard Wagners "Parsifal". Gastverpflichtungen führten R. zum Festival von Aix-en-Provence (1952 und 1954 Don Giovanni, 1952 und 1955 Conte Almaviva), zum Maggio Musicale Fiorentino in Florenz, zu den Schwetzinger Festspielen, ans →Stadttheater Basel (1957 Titelpartie in Händels "Giulio Cesare in Egitto"), an die Deutsche Oper Berlin (1963/64 vier Bösewichter in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann"), nach Brüssel, ans →Grand Théâtre in Genf (1945–63 unter anderem Golaud in Debussys "Pelléas et Mélisande", Ramon in Gounods "Mireille", Don Alfonso, Don Giovanni, Conte Almaviva, Ramiro in Ravels "L’Heure espagnole", Nick Shadow in Strawinskys "The Rake’s Progress" und Klingsor), nach Lyon, an die Opéra de Paris (1950 Gunther in Wagners "Götterdämmerung"), nach Strassburg und ans Teatro la Fenice in Venedig (1949 Dr. Schön in Bergs "Lulu"). R. war auch an den Uraufführungen von →Frank Martins "Monsieur de Pourceaugnac" 1963 am Grand Théâtre in Genf (als Oronte, Regie: Jacques Charon, musikalische Leitung: →Ernest Ansermet) und Luigi Nonos "Intolleranza 1960" 1961 am Teatro La Fenice in Venedig (als Un ribelle, Regie: →Václav Kašlík, musikalische Leitung: Bruno Maderna) beteiligt. Grosse Bedeutung als Konzertsänger. Langjährige Tätigkeit als Pädagoge in den USA und Kanada. Zahlreiche Aufnahmen auf Tonträger.

Auszeichnungen

  • 1962 Hans-Georg-Nägeli-Medaille der Stadt Zürich.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Heinz Rehfuss, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1470–1471, mit Abbildung auf S. 1471.

Normdaten