Heinz Rhoeden

Aus Theaterlexikon
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* 5.7.1903 Brünn (Brno, heute: CZ), † 12.1.1971 Zürich.

Gesangsausbildung in Wien. Nach einer ersten Verpflichtung am Stadttheater Aussig an der Elbe folgten feste Engagements 1926–28 am Stadttheater Troppau, 1928/29 am Stadttheater Klagenfurt, 1929/30 am Stadttheater Reichenberg und 1930–61 am →Stadttheater Zürich. Hier gehörte R. als eleganter, tanzbegabter Operettenbuffo, jugendlicher Komiker und in späteren Jahren als Charakterdarsteller zum legendär gewordenen Operettenensemble der Direktionen →Karl Schmid-Bloß und →Hans Zimmermann. In Zürich debütierte er im Herbst 1930 als Dr. Roger Fleuriot in →Ralph Benatzkys "Meine Schwester und ich"; seinen Abschied gab er im Juni 1961 in der Komikerrolle des Njegus in Lehárs "Die lustige Witwe". In den dazwischen liegenden Jahrzehnten erarbeitete er sich ein beeindruckendes Repertoire an Partien in Operetten, Musicals, Opern, Weihnachtsmärchen und übernahm mit dem Corregidor in de Fallas "Der Dreispitz" und Coppélius in Delibes "Coppélia" auch wichtige Aufgaben in Handlungsballetten. Besondere Höhepunkte seiner Tätigkeit waren der Kellner Leopold Brandmeyer in Benatzkys "Im weissen Rössl", Joseph Calicot in Leo Falls "Madame Pompadour", Célestin in Hervés "Mamzelle Nitouche", die Kálmán-Partien Graf Boni Káncsiánu in "Die Csárdásfürstin", Baron Koloman Zsupán und Penizek in "Gräfin Mariza", Toni in "Die Zirkusprinzessin", die Lehár-Partien Armand Brissard in "Der Graf von Luxemburg", Gustav von Pottenstein in "Das Land des Lächelns", Iwan in "Der Zarewitsch", Sindulfo in Millöckers "Gasparone", die Offenbach-Rollen Roi Ménélas in "La Belle Hélène", John Styx in "Orphée aux enfers", Jean Frick in "La Vie parisienne", Zirkusdirektor Springer in Smetanas "Die verkaufte Braut", die Johann-Strauß-Partien Prinz Orlofsky und Dr. Falke in "Die Fledermaus", Pappacoda in "Eine Nacht in Venedig", Baron Enzian in "Das Spitzentuch der Königin", Josef in "Wiener Blut" sowie Professor Würmchen in Zellers "Der Vogelhändler". R.s Name ist überdies mit wichtigen Operettenuraufführungen verbunden. So trat er in Werken von Leo Ascher, Josef Beer, Rudolf Beer, Benatzky (1936 Graf Bobby in "Herzen im Schnee"), →Paul Burkhard (1936 Georges von Ravigny junior in "Drei mal Georges"), Fall, Bernard Grün, Kálmán (1936 Bernard in "Kaiserin Josephine"), →Tibor Kasics, Künneke, Lehár, Hans May, →Victor Reinshagen, Stolz (1933 Nicki Mahler in "Zwei Herzen im Dreivierteltakt" unter der Leitung des Komponisten) und Oscar Straus (1935 Johann Brunner in "Drei Walzer") auf. Aus gesundheitlichen Gründen fand die Karriere des weit über Zürich hinaus beliebten Künstlers ein verfrühtes Ende.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Heinz Rhoeden, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1488, mit Abbildung auf S. 1488.

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