Hemmann Haberer

Aus Theaterlexikon
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* um 1505 Brugg AG, wahrscheinlich † 1578 Zofingen AG, auch Henman, Hermann H.

Im Wintersemester 1522/23 ist er als Student an der Universität Basel aktenkundig. Die folgenden Jahre seines Lebens sind nicht eindeutig nachvollziehbar. Wahrscheinlich trat H. 1526 in Huttwil als Anhänger der Reformation hervor. 1532 wurde er Schreiber der bernischen Grafschaft Lenzburg und Schaffner der Herren von Hallwyl, 1535–58 amtete er als Landschreiber in Lenzburg, 1559–77 als Stiftsschreiber in Zofingen. Zudem war er in Lenzburg 1546–58 (nicht ganz durchgehend) Mitglied der Burger und Räte und 1548–52 des Kleinen Rats. Eine freundschaftliche Beziehung verband ihn mit dem Reformator →Heinrich Bullinger. H. ist der Verfasser von mindestens zwei Spielen: Als verschollen gilt "Jephta", das am 29.4.1551 in Aarau aufgeführt wurde. Geprägt von der reformatorischen Idee einerseits und einem Gespür für effektreiche Momente andererseits ist H.s fünfaktiges Bürgerdrama für die Simultanbühne "Ein gar schön Spyl von dem glöubigen vatter Abraham, wie Gott mit jm, und er uß sim befelch ghandlet", das am 29.5.1562 von der Bürgerschaft in Lenzburg aufgeführt wurde und im gleichen Jahr bei Froschauer in Zürich erschien.

Literatur

  • Michael, Wolfgang F.: Das deutsche Drama der Reformationszeit, 1984.
  • Banholzer, Max: H. H. von Brugg, Landschreiber und Dramatiker. In: Brugger Neujahrsblätter 1960.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Hemmann Haberer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 779.

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