Hermann Brand

Aus Theaterlexikon
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* 12.12.1898 Rozwadow (heute: PL), † 10.9.1966 Zürich, eigentlich Samuel B. ∞ →Nelly Rademacher, Schauspielerin.

Debüt als Schauspieler 1921 in Pforzheim, 1921–33 Schauspieler am Badischen Landestheater Karlsruhe (unter anderem Cassius in Shakespeares "Julius Caesar", Peachum in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper"). 1933 Entlassung, Emigration im August 1933 nach Amsterdam, danach in die Schweiz. 1933–35 Spielleiter und Schauspieler am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (spielte unter anderem Herzog von Alba in Goethes "Egmont", inszenierte →Cäsar von Arx’ "Der Verrat von Novara", Anton Wildgans’ "In Ewigkeit Amen", Jacques Devals "Towaritsch" und "Etienne"). 1935–52 Regisseur und Schauspieler, 1950/51 auch Oberspielleiter am →Stadttheater Luzern. B. spielte dort unter anderem Mephisto in Goethes "Faust", Jago in Shakespeares "Othello", Gessler in Schillers "Wilhelm Tell", Doolittle in Shaws "Pygmalion", die Titelrollen in Molières "Der Geizige" und "Der eingebildete Kranke"; er inszenierte unter anderem Molnárs "Liliom" mit →Leopold Biberti, Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung", "Was ihr wollt" (mit sich selbst als Malvolio) und "Ein Sommernachtstraum", Goldonis "Das Kaffeehaus", 1946 die Uraufführung von →Ralph Benatzkys "Herr und Frau Nord", 1947 die Uraufführung von →Hermann Ferdinand Schells "Auf Befehl der Kaiserin", Emmet Laverys "Die erste Legion" und Millers "Alle meine Söhne". 1952–54 Schauspieler am →Schauspielhaus Zürich (unter anderem Thibaut in Schillers "Die Jungfrau von Orleans", Regie: →Leopold Lindtberg), 1954–61 unter Gustaf Gründgens und Karl Heinz Stroux am Düsseldorfer Schauspielhaus (1956 Otto Frank in Goodrich/Hacketts "Das Tagebuch der Anne Frank"). 1961–66 erneut am Schauspielhaus Zürich engagiert (unter anderem Arzt in Brechts "Der kaukasische Kreidekreis", Regie: →Leopold Lindtberg, Lansdale in Kipphardts "In der Sache J. Robert Oppenheimer", Regie: →Peter Löffler, Dr. Goll in →Frank Wedekinds "Lulu"). Schauspiellehrer am →Bühnenstudio Zürich; Mitwirkung in zahlreichen Hörspielen. Auszeichnungen: 1929 Ernennung zum Badischen Staatsschauspieler, 1964 Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, 1964 Ehrenmitglied der Badischen Staatstheater Karlsruhe.

Literatur

  • Brand, Schmuel/Wiehn, Eberhard Roy (Hg.): Die Tournee geht weiter. Ein jüdisches Schauspielerschicksal in Deutschland und der Schweiz 1898–1966, 1990.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Hermann Brand, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 260.

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