Hilde Baumann

Aus Theaterlexikon
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* 16.4.1914 Bern, † Anfang November 2001 Le Beausset (F).

Nach einer Ausbildung in →Rythmique Jaques-Dalcroze bei Dora Garraux in Bern absolvierte B. 1933–39 eine Tanzausbildung bei Gret Palucca in Dresden. 1939–50 wirkte sie als Ballettmeisterin, Choreografin und erste Solotänzerin am →Stadttheater Bern, Bern BE. Dessen Ballett­ensemble umfasste 1939/40 sieben Tänzerinnen, 1949/50 acht Tänzerinnen und einen Tänzer. Neben ihrer Arbeit am Stadttheater Bern zeigte B. ab 1945 Solotanzabende mit "Bewegungspoemen" in Ungarn, Österreich, Deutschland und verschiedenen Schweizer Städten. B. charakterisierte sich selbst als "reine Tänzerin, die alle Register von Gefühlsregungen mit dem Körper umsetze". Ihr vom Ausdruckstanz geprägter Tanzstil strebte nach einer "Einheit von Seele, Körper und Geist". Das "Bewegen von innen" wurde später auch Grundsatz ihrer Pädagogik. 1946–68 Lebensgefährtin von →Harald Kreutzberg, mit dem sie 1955 in Bern die Tanzakademie Harald Kreutzberg gründete (mit Berufsausbildung bis zur Lehrberechtigung und Bühnenreife). Ab 1968 wurde die Tanzakademie von B., 1987–2000 von →Edith Wiegand und ab 2000 von Dusanka Duricanin geleitet. B. tanzte unter Kreutzberg 1956 in Friedrich Wilckens’ Tanzdrama "Moira ton Mykenon" (Stadttheater Bern) und 1962, 1963 und 1964 in seiner Choreografie des "Berner Totentanzes" nach →Niklaus Manuel (Münster-Festspiele). Choreografien für das Stadttheater Bern: Verdis "Aida" (1942, 1946), Bizets "Carmen" (1943), →Huldreich Georg Frühs "Promenade" (1943), Ravels "Bolero" (1944), Glucks "Orpheus" (1947), Bizets "Arlésienne" (1949) sowie Milhauds "Scaramouche" (1949).

Literatur

  • Peter, Frank-Manuel (Hg.): Der Tänzer Harald Kreutzberg, 1997.


Autorin: Agathe Blaser



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blaser, Agathe: Hilde Baumann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 133–134.

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