Hugo Affolter

From Theaterlexikon
Jump to: navigation, search

* 24.6.1937 Zuchwil SO.

Schauspielausbildung am →Konservatorium für Musik Bern bei →Margarethe Schell-von Noé, währenddessen als Schauspieler an zahlreichen Berner Keller- und Kleintheatern. 1961 Wechsel nach Berlin, freie Tätigkeit als Schauspieler, Regieassistent und Dramaturg unter anderem am Galerie Diogenes Theater, am Theater am Kreuzberg, an der Vaganten-Bühne (1962–68 Schauspieler und Dramaturg) und an der Tribüne (1968–72 als Spielleiter, Dramaturg und Direktionsassistent, 1972–78 als künstlerischer Leiter). In Berlin Zusammenarbeit mit den Spielleitern Paul Albert Krumm, Helmut Käutner, Eugène Ionesco und der Schauspielerin Tilla Durieux. 1974–78 Prüfer in der paritätischen Prüfungskommission für Schauspielprüfungen und Beisitzer des Bezirks-Bühnenschiedsgerichts Berlin. 1980–98 Dramaturg am →Stadttheater St. Gallen. In dieser Funktion richtete A. unter anderem literarisch-musikalische Programme ein (1981 "Frauen – Lieder – Texte" und die Kabarettrevue "Die sogenannten ‹Goldenen Zwanziger Jahre›"). Unter der Direktion Hermann Keckeis’ wurde A. 1992 mit dem Aufbau des Kinder- und Jugendtheaters betraut, das er bis zu seinem Ausscheiden betreute und zu grossem Erfolg führte: Stücke wie Helma Fehrmann/Jürgen Flügge/Holger Frankes "Was heisst hier Liebe?", Inez van Dullemens "Schreib mich in den Sand", Reinhold Tritts "Die Welle" (Ostschweizer Fernsehpreis 1996) im Sektor des zeit- und gesellschaftskritischen, problemorientierten Jugendtheaters wurden ergänzt durch mobile, auch ausserhalb des Theaters spielbare Produktionen für Kinder wie Ingegerd Monthans "Die Geschichte vom Baum", Endes "Der Lindwurm und der Schmetterling", Wilfried Grotes "Der König in der Pfütze", Robert Thayenthals "Anna und der König, der aus dem Märchen fiel" sowie durch klassische Kinderstücke im grossen Haus wie "Das Dschungelbuch" nach Kipling oder Saint-Exupérys "Der kleine Prinz", so dass durch die engagierte Arbeit A.s junge Theaterbesucher aller Alterstufen gewonnen werden konnten.



Autorin: Silke Christiane Keckeis



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Keckeis, Silke Christiane: Hugo Affolter, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S.30.