Hugo Marti

Aus Theaterlexikon
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* 23.12.1893 Basel, † 20.4.1937 Davos GR.

Zunächst Studium der Jurisprudenz in Bern, Berlin und Königsberg, ab 1914 der Germanistik in Bern. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt als Hauslehrer in Rumänien und – durch den Krieg erzwungen – in Norwegen 1919 Rückkehr in die Schweiz und 1921 Promotion in Bern mit einer sprachwissenschaftlichen Dissertation. Von 1922 bis zu seinem Tod Feuilletonredaktor am Berner "Bund". M. schuf sich einen Namen als einfühlsamer Literatur- und Theaterkritiker (Kürzel: M.). Er besprach nicht nur die wichtigen Premieren im →Stadttheater Bern, sondern auch viele Ur- und Erstaufführungen in anderen Schweizer Theaterstädten. Verfasser des Puppenspiels "Lache, Prinzessin!"sowie des Dramoletts "Die Herberge am Fluss" (Uraufführung →Stadttheater Luzern, 29.2.1932), ferner von mehreren Essays zur Situation der Dramatiker und der Theater in der Schweiz, unter anderem "Schweizer Theater" (1935). M. prägte das Bonmot, dass auch Schweizer Dramatiker das Recht hätten, auf Schweizer Bühnen durchzufallen. Ausserdem schrieb M. eine gross angelegte Biografie des Berner Schriftstellers Rudolf von Tavel sowie Romane, Erzählungen und Gedichte. Mehrere Jahre Vizepräsident des Berner Theatervereins und Jurymitglied der Stiftung für das Drama.

Literatur

  • Günther, Carl: H. M., Mensch und Dichter, 1938.

Nachlass

  • Herwegh-Archiv des Dichtermuseums Liestal.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Hugo Marti, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1188.

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