Humms Marionettentheater, Zürich ZH

Aus Theaterlexikon
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Marionettenbühne der Familie Humm im Haus zum Raben, gegründet 1940, geleitet vom Schriftsteller →Rudolf Jakob Humm und seinem Sohn →Ambrosius, der die Bühnenbilder schuf, die Marionetten entwarf und selbst schnitzte. Das Ensemble umfasste bis zu siebzehn Personen; Hans Rogner, der fast immer für die Musik verantwortlich war, leitete ein Orchester aus Konservatoriumsschülern, Zuschauer waren die Gäste des Literatursalons im Rabenhaus wie →Kurt Hirschfeld, →Teo Otto und →Ernst Ginsberg. Auf das Debüt mit zwei Stücken von Franz Graf von Pocci (am 31.3.1940 "Die Zaubergeige" und am 11.5.1941 "Heinrich von Eichenfels") folgten insgesamt sechs Inszenierungen nach Texten aus Rudolf Jakob Humms Feder: "Theseus und Minotaurus" (9.11.1941), "Der Sturm" nach Shakespeare (3.5.1942, Musik: Lutz Harteck), "Eine Mainacht" nach einer Novelle von Gogol (26.6.1943) und "Belfagor" nach Machiavelli (12.12.1944). Als Gastspiel bei den →Zürcher Marionetten wurde das Gogolstück unter dem Titel "Der verwunschene Weiher" gespielt. Die beiden folgenden Premieren von H. "Der Ritter zwischen Stern und Blume" (25.5.1945) und "Freunde bis in den Tod" (8.3.1946) fanden ebenfalls dort statt. Nachdem Ambrosius Humm die Laufbahn eines Bühnenbildners eingeschlagen hatte, stellte H. 1946 den Betrieb ein.

Literatur

  • Ribi, Hana: Das Marionettentheater der Familie Humm. In: Puppenspiel und Puppenspieler 2/1986.


Autorin: Hana Ribi



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Ribi, Hana: Humms Marionettentheater, Zürich ZH, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 889–890.