Ines Torelli

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* 14.6.1931 St. Gallen, eigentlich Ines Stierli. ∞ 1991 Edi Baur, Theaterproduzent und -fotograf.

Als Autodidaktin erhielt T. eine erste Chance im →Cabaret Rüeblisaft Baden, zu dessen Ensemble sie 1954–56 gehörte, anschliessend wurde sie vom →Cabaret Federal in Zürich engagiert. Diverse Tourneen zusammen mit →Schaggi Streuli, unter anderem mit "Sie und de Chef". Am →Theater am Hechtplatz Zürich verkörperte T. die Titelrollen in diversen von Baur produzierten Musicals (1965 "Bibi Balù", 1967 "Golden Girl", 1968 "Pfui Martina", 1972 "Viva Banana"), deren Texte von →Hans Gmür, deren Musik von →Hans Moeckel stammte und die →Karl Suter inszenierte. 1968 hatte sie neben →Ruedi Walter und →Margrit Rainer grossen Erfolg als Olly Moreen in →Paul Burkhard/→Walter Leschs "Die kleine Niederdorf-Oper" am →Corso-Theater Zürich. In diversen Schwänken am →Bernhard-Theater Zürich war sie die Partnerin von →Jörg Schneider und/oder →Paul Bühlmann, so unter anderem 1968 in Pierrette Bruno/→Max Rüegers "Mademoiselle Pepsi", 1972 in Arnold/Bachs "Der keusche Lebemann", 1974 in Curt Kraatz/Max Neals "Die Schwindelfiliale", 1976 in Michel André/Schneiders "Der fidele Casimir". Von diesen Rollen unbefriedigt, trat sie 1977 mit künstlerischem, nicht aber kommerziellem Erfolg im Soloprogramm "Torelli total" auf, spielte aber weiterhin auch in Komödien wie "Potz Millione" nach Kugelstadts "Wohin mit dem vielen Geld" (Dialektfassung und Regie: →Inigo Gallo, mit Rainer und Walter, Bernhard-Theater 1979/80, ebenfalls ein grosser Tourneeerfolg) und Yves Jamiaques "Acapulco, Madame" (Dialektfassung: Schneider, Regie: Gallo, Theater am Hechtplatz 1982). Grossen Erfolg hatte T., die auch als Chansonsängerin sehr populär war ("De Gigi vo Arosa") als Iduna in Burkhards "Der schwarze Hecht" (Corso-Theater, Zürich 1981). T. war 1986–94 auch Leiterin der 1961 von Edi Baur gegründeten →Zürcher Märchenbühne, für die sie unter anderem 1989 ihre eigene Dialektfassung von "Räuber Hotzenplotz" und 1994 Jörg Schneiders Märchenbearbeitung "Das tapfere Schneiderlein" inszenierte. Am →Opernhaus Zürich wirkte sie in zahlreichen Kindermusicals mit. 1993 wanderte sie mit ihrem Mann nach Kanada aus. 1996 erwarben T. und Baur in Lunenburg auf der Halbinsel Nova Scotia an der kanadischen Ostküste eine leer stehende Fabrik und bauten diese zum 500 Zuschauerplätze fassenden Starlight Theatre um. Ende 1998 musste das finanziell nicht erfolgreiche Privattheater schliessen.



Autor: Thomas Hostettler



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hostettler, Thomas: Ines Torelli, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1956, mit Abbildung auf S. 1956.

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