Isabelle Menke

Aus Theaterlexikon
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* 7.5.1963 Bremen (D). Schwester der Theaterfotografin Marianne M. ∞ →Peter-Jakob Kelting, Dramaturg, Autor, Regisseur und Theaterleiter.

1982/83 Studium der Opernregie in Hamburg, 1983–85 Regieassistentin am Thalia-Theater Hamburg. 1985–88 Schauspielstudium am Mozarteum Salzburg. Nach der Arbeit in freien Gruppen erhielt M. 1989–91 ihr erstes Engagement an der Landesbühne Niedersachsen Nord in Wilhelmshaven, wo sie als Maria in Alexander Galins "Sterne am Morgenhimmel" debütierte. Es folgten unter anderem Viola in Shakespeares "Was ihr wollt", Irina in Tschechows "Drei Schwestern" und die Titelrolle in Lessings "Minna von Barnhelm" (Regie jeweils: Jasmine Hoch). Wichtig für M. war hier wie später am →Theater Neumarkt Zürich die künstlerische und inhaltliche Mitverantwortung für die gesamte Arbeit und das Experimentieren mit neuen Theaterformen. An den Bühnen der Hansestadt Lübeck spielte sie 1992 Recha in Lessings "Nathan der Weise" (Regie: Axel Richter) und 1993 Shen Te in →Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" (Regie: Andreas von Studnitz). 1993–99 war M. unter der Direktion von →Stephan Müller und →Volker Hesse Ensemblemitglied des Theaters Neumarkt Zürich. Sie war massgeblich an Projekten mit verschiedenen Regisseuren beteiligt, darunter Hesse (1994 Uraufführung von →Urs Widmers "In Sekten") und François-Michel Pesenti (1994 Uraufführung von Pesentis "Backroom" nach Euripides’ "Die Bakchen"). Ihre wichtigsten Rollen waren 1994 Charlotte in Peter Weiss’ "Marat/Sade" (Regie: Müller), 1995 Ottilie in →Stefan Bachmann/Lars-Ole Walburgs "Wahlverwandtschaften nach Goethe" (Regie: Bachmann), 1997 Christine in Schnitzlers "Liebelei" (Regie: Hesse) und Elle in Marguerite Duras’ "La Maladie de la mort" (Regie: Pesenti). 1998/99 gastierte sie am →Theater Basel und am →Schauspielhaus Zürich (Antoinette in Hofmannsthals "Der Schwierige", Regie: Dieter Giesing). Am →Theater an der Winkelwiese in Zürich präsentierte sie 1999 eine szenische Lesung von Paul Austers Roman "Im Land der letzten Dinge" (arrangiert von Kelting, bereits 1996 am Theater Neumarkt aufgeführt). Seit 2000 ist M. Ensemblemitglied des Schauspiels Hannover unter der Direktion von →Wilfried Schulz. Dort spielte sie unter anderem Knud Knudsen in Rainald Goetz’ "Irre" (Regie: →Jossi Wieler), Abigail in Millers "Hexenjagd" (Regie: →Elias Perrig) und Gertrud in Shakepeares "Hamlet" (Regie: Nicolas Stemann). 2002 war sie zudem Rosamunde in Jelineks "Der Tod und das Mädchen III", einer Koproduktion des Festivals Steirischer Herbst und des Schauspielhauses Graz (Regie: →Ruedi Häusermann). Diverse Rollen für Fernsehen und Film, unter anderem Nora in Christof Schertenleibs "Liebe Lügen" (1995) und Isabelle in Fintan Connollys "Flick" (2000). Zahlreiche Hörspielrollen, darunter Tochter in Markus Werners "Festland" (Schweizer Radio DRS, 1998, Regie: Martin Bopp).

Literatur

  • Burckhardt, Barbara: Lady Macbeth, nicht Blondchen! Verantwortung fürs Ganze: I. M., zur Zeit Hannover – Ein Portrait. In: Theater heute 11/2003.


Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Isabelle Menke, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1228–1229, mit Abbildung auf S. 1229.

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