Jörg Schröder

Aus Theaterlexikon
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* 13.12.1944 Schreiberhau (Szklarska Poreba, heute: PL). ∞ Bernadette Evers, Regisseurin und Dramaturgin.

Aufgewachsen in Hamburg, dort ab 1967 Schauspielausbildung. Erstes Engagement 1970–74 am Zimmertheater Münster (Debüt als Kaliajew in Camus’ "Die Gerechten"), dort auch erste eigene Inszenierungen, zuletzt Mitglied der künstlerischen Leitung. Danach Gastverpflichtungen an diversen Bühnen sowie Inszenierungen am Marburger Schauspiel und am Zimmertheater Münster, zudem freischaffend Tätigkeit als Sprecher beim Zweiten Deutschen Fernsehen. 1978–81 Engagement als Schauspieler am Stadttheater Pforzheim, 1981–83 an den Städtischen Bühnen Osnabrück und 1983–85 unter der Intendanz von Günther Fleckenstein am Deutschen Theater Göttingen. 1985 wurde S. von →Horst Statkus an die →Basler Theater engagiert (unter anderem: Saul in William M. Hoffmans "Wie du", Regie: →Mark Zurmühle; Titelrolle in "König Mensch", eingerichtet von →David Mouchtar-Samorai und Johann Sauer; Peter in Albees "Die Zoo-Geschichte"; Titelrollen in Heiner Müllers "Philoktet" und in "Ödipus, Tyrann" nach Sophokles, Heiner Müller und Friedrich Hölderlin, Regie jeweils: Dimiter Gotscheff; Titelrolle in Büchners "Dantons Tod" und Claudius in Shakespeares "Hamlet", Regie jeweils: Zurmühle). Auch unter der Direktion von →Frank Baumbauer 1988–93 blieb S. am Theater Basel (unter anderem: Flammberg in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn", Regie: Cesare Lievi; diverse Rollen in Volker Ludwigs "Linie 1"; Titelrolle in Sophokles’ "Aias", Regie: Frank Castorf; Kurfürst in Kleists "Prinz Friedrich von Homburg"; Tesman in Ibsens "Hedda Gabler"; Pozzo in Becketts "Warten auf Godot", Regie: →Werner Düggelin; Dr. med. Orin Scrivello in Ashman/Menkens Musical "Little Shop of Horrors", Regie: Hartmut Wickert; Ulrich von Rudenz in Schillers "Wilhelm Tell", Regie: Castorf; Kreon in Sophokles’ "Antigone", Regie: →Stephan Müller/Hajo Kurzenberger). 1993 wechselte S. mit Baumbauer ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg (unter anderem: Graf Carnero in Johann Strauß’ "Der Zigeunerbaron", Regie: →Herbert Wernicke; Voss in der Uraufführung von Dorsts "Nach Jerusalem", Regie: Matthias Hartmann; Tricoche in Labiches "Das Sparschwein", Regie: →Jossi Wieler; Verwaltungschef in Sergi Belbels "Nach dem Regen", Regie: Elke Lang; Apothekerfräulein/Advokat in →Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti", Regie: Castorf; Antonio in Shakespeares "Was ihr wollt", Regie: Karin Beier; Géronte in Corneilles "Triumph der Illusionen", Regie: →Stefan Bachmann). 1998 kehrte er ans Theater Basel zurück, dort spielte er unter anderem Agamemnon in Shakespeares "Troilus und Cressida" (Koproduktion mit den Salzburger Festspielen), Charly in Wolfgang Bauers "Magic Afternoon", Peter Squenz in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (Regie jeweils: Bachmann), Hoederer in Sartres "Die schmutzigen Hände" (Regie: Nicolas Stemann), König Claudius in Shakespeares "Hamlet" (Regie: Bachmann) und Willy Loman in Millers "Tod eines Handlungsreisenden" (Regie: Lars-Ole Walburg). Neben der Theaterarbeit ist S. als Sprecher bei Hörspielen und Radio-Literatursendungen tätig und erarbeitet als Regisseur Projekte mit Jugendlichen.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Jörg Schröder, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1635–1636, mit Abbildung auf S. 1636.

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