Jörg Widmer

Aus Theaterlexikon
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* 20.2.1927 Bern.

Ausbildung zum Primarlehrer am Lehrerseminar in Rorschach, wo er in Theaterprojekten mitwirkte, darunter in der Puppentheatergruppe seines Lehrers →Rudolf Stössel. Erste Lehrerstellen, dazwischen 1948–49 eine Tournee durch Europa und die USA mit einer Revue der Caux-Bewegung (früher auch unter dem Namen "Moralische Aufrüstung"). 1956 inszenierte er mit seinen Schülern das Handpuppenspiel "Rumpelstilzli", das ins Programm des →St. Galler Puppentheaters übernommen wurde und den Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit bedeutete: W. schuf für rund zwanzig Inszenierungen (die meisten für Kinder) des St. Galler Puppentheaters die Texte, Figuren (Handpuppen und Marionetten) und Ausstattungen und gehörte zum Spielerteam. Zudem war er an anderen Produktionen in verschiedenen Funktionen beteiligt. Nebst Märchenspielen wie "Die kluge Bauerntochter" (1957), "Tredeschin" (1960), "Der gestiefelte Kater" (1983), erarbeitete er Stücke nach eigenen Ideen: "Der blaue Garten" (1962), "Die kleine Putzfrau" (1963), "Anorak Lumpensack im Röhrenwald" (1965), "Chonnt ächt hüt de Samichlaus?"(1982), "Chischtesache – Büchsegschichte" (1991), "S’ bugglet Mannli" (1999). Beeindruckt von →Therese Kellers Kasperli suchte W. nach einer ähnlich überzeugenden lustigen Figur. 1985 erfand er Holdrio, einen gemütvollen Wandermusikanten und schlauen Schlichter verfahrener Situationen, der seither in vielen von W.s Stücken zu sehen war, beispielsweise in "De Holdrio im Hexehag" (1985), "De Holdrio im Huttlatal" (1987), "De Holdrio im Höhlewald" (1990) und "De Holdrio und de Hilfmerbald" (1993). Einige von W.s Stücken wurden vom Schweizer Fernsehen DRS aufgezeichnet.

Auszeichnungen

  • 1991 Anerkennungspreis der Stadt St. Gallen.

Literatur

  • Gysin, Gustav: J. W. Portrait eines Puppentheater-Machers. In: Puppenspiel und Puppenspieler 1/1992.


Autor: Kurt Fröhlich



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Fröhlich, Kurt: Jörg Widmer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2094.

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