Jörg Zimmermann

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* 27.5.1933 Zürich, † 10.12.1994 Augsburg (D). Sohn des Kritikers →Wilhelm Z., Bruder des Theaterkritikers Peter Z. ∞ Margot Trooger, Schauspielerin. Vater der Schauspielerin →Sabina Trooger. 1949–51 Kunstgewerbeschule Zürich, 1951–53 Schüler und Assistent von →Teo Otto am →Schauspielhaus Zürich.

Erste eigene Ausstattung 1953 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg für →Georg Kaisers "Napoleon in New Orleans" (Regie: Peter Hamel), dort als freischaffender Bühnenbildner in den Jahren 1953–55 und 1968 und 1970 tätig (1954 Kleists "Amphitryon", Regie: Heinrich Koch, Büchners "Leonce und Lena", 1955 Brandon Thomas’ "Charleys Tante"). 1954–61 regelmässig Ausstattungen am Schiller-Theater Berlin (unter der Intendanz von Boleslaw Barlog), ab 1955 Bühnenbildner an den Kammerspielen München unter der Intendanz von Hans Schweikart, 1961–68 dort Chef des Ausstattungswesens (ab 1963 unter August Everding, ab 1973 unter Hans-Reinhard Müller), bis 1978 wiederum als Bühnenbildner. Ab 1958 jahrzehntelang auch für das Bayerische Staatsschauspiel München tätig. Zudem an der Deutschen Oper Berlin, in Bochum, Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Köln, bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen, in Stuttgart und Wien (Burgtheater und Staatsoper), Paris, Stockholm, Mailand und San Francisco. Immer wieder schuf Z. Ausstattungen für das Schauspielhaus Zürich (1954 →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht", 1957 →Friedrich Dürrenmatts "Die Ehe des Herrn Mississippi", Regie beide: →Leopold Lindtberg), 1963–68 und 1982–84 jährlich, 1978–82 war er unter der Direktion →Gerhard Klingenbergs Ausstattungschef. Ab 1962 rund zwanzig Ausstattungen am →Opernhaus Zürich, unter anderem unter der Regie von →Werner Düggelin 1962 Mozarts "Die Entführung aus dem Serail", 1966 Verdis "La Traviata", 1967 Massenets "Manon", unter der Regie von →Claus Helmut Drese 1980 →Richard Wagners "Tristan und Isolde" und die Schweizer Erstaufführung von Frederik Delius’ Bearbeitung von Gottfried Kellers "Romeo und Julia auf dem Dorfe", 1984 Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" und 1985 Richard Strauss’ "Die Frau ohne Schatten". Im Zeitraum 1968–78 regelmässig Arbeiten an den →Basler Theatern unter den Direktoren Düggelin und →Hans Hollmann, 1980 und 1985 auch unter →Horst Statkus, insgesamt rund fünfzig Ausstattungen hauptsächlich für Oper und Ballett, aber auch für das Schauspiel (beispielsweise 1968 für die Uraufführung von Dürrenmatts "König Johann", 1971 für die Uraufführung von →Heinrich Henkels "Spiele um Geld"), unter anderem in Zusammenarbeit mit den Regisseuren Düggelin und →Martin Markun und dem Choreografen →Heinz Spoerli. Z. inszenierte auch Opern: 1968 "Il Trovatore" an den Basler Theatern, 1969 Offenbachs "La Périchole" am Opernhaus Zürich. 1983–92 war Z., vom damaligen Generalintendanten Everding ernannt, Generalausstatter der Bayerischen Staatstheater. Herausragend war Z.s Bühnengestaltung 1988 von Borodins "Fürst Igor" in der Olympiahalle München. 1992/93 ging er als Ausstattungsleiter ans Stadttheater Augsburg.

Auszeichnungen

  • 1966 Förderungspreis der Stadt München.


Autor: Christian Jauslin



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Jauslin, Christian: Jörg Zimmermann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2148–2149, mit Abbildung auf S. 2148.

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