Jürg Burth

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* 28.2.1944 Zürich.

Lehrerausbildung mit Abschluss am Seminar Küsnacht ZH. Tanzausbildung an der →Schweizerischen Theatertanzschule unter →Maya Kübler, bei Rosella Hightower in Cannes und in New York an der School of American Ballet, der Martha Graham School of Contemporary Dance und der Juilliard School. B. tanzte 1964–66 im Ballett des →Stadttheaters Basel unter →Wazlaw Orlikowsky, 1967/68 bei Martha Graham und Lar Lubovitch in New York und 1968–75 im Ballett am Opernhaus Köln. Hier wurde er 1971 zusammen mit Helmut Baumann, Jochen Ulrich und Gray Veredon Begründer des Tanz-Forums Köln und begann zu choreografieren. 1975–78 unter →Hans Meister stellvertretender Ballettdirektor und Choreograf am →Opernhaus Zürich, Zürich ZH. Er führte den Modern Dance ein und brachte Anne Price als Pädagogin nach Zürich, organisierte das Choreostudio mit Werkstatt-Veranstaltungen zu Modern Dance, Renaissance-Tänzen, der Welt des Flamenco und 1978 der Produktion von "Mata Hari" in der →Roten Fabrik. Choreografien: 1976 "Jahre danach", 1977 "Carmina Burana", "Moondog and Suncat-Suites" und 1978 "De l’amour". Unter →Patricia Neary blieb er als Choreograf mit dem Opernhaus Zürich verbunden und kreierte 1979 "Schemenstadt", 1980 "Schwarzer Strand" und 1983 "Kindertotenlieder". Zusammen mit Baumann gestaltete er hier auch sehr erfolgreiche Musical-Produktionen, so 1983 während des Opernhausumbaus Bernsteins "West Side Story" im Kongresshaus sowie 1987 Hermans "La Cage aux folles". 1991 inszenierte er aus Anlass der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft im →römischen Theater in Avenches die Multi-Media-Revue "Hop-là". Freischaffender Choreograf unter anderem in Wien, Köln, Wiesbaden, Berlin, Amsterdam, Helsinki und New York. 1984–2003 Choreograf, Ballettdirektor und Regisseur am Theater des Westens in Berlin, inszenierte zusammen mit Baumann Lloyd Webbers "Jesus Christ Superstar", Frank Loessers "Guys and Dolls", Hermans "La Cage aux Folles", Kanders "Cabaret", Stephen Sondheims "Follies", Colemans "Sweet Charity" und Arthur Sullivans "The Pirates of Penzance". Autor der am Theater des Westens zur Uraufführung gelangten Musicals: "Unter dem Regenbogen", "Reineke Fuchs", 1992 "Bombenstimmung. Eine Ufa-Revue" (Auftragswerk des Kennedy Centers New York), 1994 "Blue Jeans" (fünfziger Jahre Musical-Revue) sowie 1997 "Let’s Pop" (sechziger Jahre Musical-Revue). B. entwirft die Ausstattungen seiner Ballette und Musicals häufig selbst, arbeitet auch als Zeichner und Maler (Ausstellungen unter anderem 1992 bei "Tanzende Maler, Malende Tänzer", Aarau, und in der Galerie Andy Jllien, Zürich).



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Jürg Burth, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 308–309.

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