Jürg Henneberger

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* 30.1.1957 Luzern.

1976–80 Klavierstudium an der →Musik-Akademie der Stadt Basel bei →Jürg Wyttenbach und 1980–84 Dirigierstudium an der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst bei Klauspeter Seibel und Christoph von Dohnányi. Bereits 1978–80 musikalische Assistenzen und Einrichtungen an den →Basler Theatern. Engagements 1984–87 als Korrepetitor und Dirigent am Staatstheater Oldenburg sowie ab 1987 zunächst als Korrepetitor und 1989–91 als Dirigent an den Basler Theatern/am →Theater Basel, wo H. seit 1995 ständiger Gastdirigent ist. Dort waren seine wichtigsten Einstudierungen 1989 die Uraufführung von →Patricia Jüngers Melodram "Die Klavierspielerin" nach dem gleichnamigen Roman von Elfriede Jelinek, 1997 Mauricio Kagels "Aus Deutschland" und 1998 Bruno Madernas "Satyricon", beide in der Regie von →Herbert Wernicke (eingeladen ins Teatro La Fenice in Venedig). Gemeinsam mit →Christoph Marthaler und →Anna Viebrock entstanden 1997 "The Unanswered Question" (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 1998) und 2000 "20th Century Blues". 1998 leitete H. die Schweizer Erstaufführung von Bernd Alois Zimmermanns Oper "Die Soldaten" und 2003 die Uraufführung von →Richard Wherlocks Ballett "Peer Gynt" nach Ibsen mit Musik von Grieg, Debussy und Weill. H. dirigierte neben dem Sinfonieorchester Basel die Basel Sinfonietta, war Gastdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich sowie diverser Ensembles (unter anderem Ensemble Contrechamps, Ensemble Recherche, Klangforum Wien, "Die Reihe" Wien). Seit 1993 leitet er das Ensemble für Neue Musik Zürich und seit 1998 das von ihm gegründete Ensemble Phoenix Basel, mit dem er neben Konzert- und Aufnahmetätigkeit vom Theater Basel für diverse Kammeroper- und Musiktheaterproduktionen verpflichtet wurde, unter anderem für Harrison Birtwistles "Punch and Judy" (1999), Thomas Hertels "Das Biest des Monsieur Racine" (Uraufführung 1999), die Tanztheaterproduktion "Hamlet – to sleep/no more" von →Joachim Schlömer mit Musik von Galina Ustwolskaja und Ligeti (2000), Johannes Harneits "Idiot" (Uraufführung 2001) und Kagels "Mare Nostrum" (2002). Ausserdem leitete H. die Uraufführungen von →Daniel Fueter/→Thomas Hürlimanns Operette "Aufstand der Schwingbesen" (2000 im →Theaterhaus Gessnerallee in Zürich) sowie von Noriko Hisadas Kammeroper "Das Höllenbild" (2001 in der SEV-Halle in Zürich, Regie: Schlömer). 2002 dirigierte er am Staatstheater Hannover Strawinskys "The Rake’s Progress" und Bergs "Lulu". Seit 1989 ist H. Dozent für Partiturspiel und Kammermusik an der →Musikak-Ademie der Stadt Basel, seit 1998 Präsident der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) in Basel.

Auszeichnungen

  • 2000 Spartenpreis des Kantons Basel-Landschaft.


Autorin: Marianne Koller



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Koller, Marianne: Jürg Henneberger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 824–825.

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