Jürgen Sidow

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* 29.5.1927 Zeitz (D). Sohn des Dramaturgen und Schriftstellers Max S.

Nach Abitur Regieassistent bei →Will Quadflieg an der Jungen Bühne Hamburg; Schauspielausbildung in Darmstadt und Stuttgart. Engagements 1949 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, 1950 am Sommertheater Westerland, 1950/51 am Nordmark Landestheater Schleswig, 1951/52 an der Remscheider Bühne (Titelrolle in Kleists "Prinz Friedrich von Homburg"), 1952–55 an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld, 1955/56 am Rheinischen Landestheater Neuß und 1956–59 unter der Intendanz von Gustaf Gründgens am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (Don Juan Cotinjo in Calderóns "Der standhafte Prinz", Balthasar in Shakespeares "Viel Lärm um Nichts", Raphael in Goethes "Faust", Regie: Gründgens, Graham Dodd in Osbornes "Der Entertainer", Regie: →Heinz Hilpert, Freund in Borcherts "Draussen vor der Tür", Barrère in Büchners "Dantons Tod", Tranio in Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung"). Unter Hilpert gehörte S. 1959–66 zum Ensemble des Deutschen Theaters Göttingen, hier spielte er unter anderem Hektor in Shakespeares "Troilus und Cressida", Orsino in Shakespeares "Was ihr wollt", Ferdinand in Schillers "Kabale und Liebe", Major von Tellheim in Lessings "Minna von Barnhelm" (Regie jeweils: Hilpert). Es folgten Engagements 1966–68 am Ulmer Theater, 1968/69 am Nationaltheater Mannheim, 1969–72 am →Atelier-Theater Bern (Kurt in →Friedrich Dürrenmatts "Play Strindberg", Regie: Ernst Ernsthoff, Harry Roat in Knotts "Warte, bis es dunkel ist", Regie: →Heinrich Trimbur, Freddie Maine in Pulmans "Der lachende Apfel", Regie: →Volker Hesse), 1972–76 an den Städtischen Bühnen Osnabrück (Lucky in Becketts "Warten auf Godot", Franz Moor in Schillers "Die Räuber", Helmer in Ibsens "Nora", Hermann Quitt in Handkes "Die Unvernünftigen sterben aus"), 1976–83 am Stadttheater Konstanz (Fiesco in Schillers "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua", Becket in Anouilhs "Becket oder die Ehre Gottes", Inspektor in Priestleys "Ein Inspektor kommt", Theobald Maske in Sternheims "Die Hose"). S. inszenierte in Konstanz Kiltys "Geliebter Lügner" und spielte selbst die Rolle des Shaw. Diese Inszenierung wurde mehrmals wieder aufgeführt, so 1984 in Israel, 1987/88 an den Städtischen Bühnen Freiburg und am Atelier-Theater Riehen, 1989/90 am →Städtebundtheater Biel-Solothurn, 1994/95 in Hamburg und Bremen. 1983–85 Engagement an der Württembergischen Landesbühne Esslingen (Newton in Dürrenmatts "Die Physiker", Pastor Manders in Ibsens "Gespenster"). Danach war S. freiberuflich tätig. Er spielte 1985–90 in Stuttgart im Alten Schauspielhaus und an der Komödie im Marquardt, 1986 bei den Festspielen in Bad Hersfeld, 1986/87 am Zimmertheater Heidelberg, 1987/88 an den Städtischen Bühnen Freiburg, 1988/89 am Städtebundtheater Biel-Solothurn (Präsident in Schillers "Kabale und Liebe", Regie: Neidhardt Nordmann). In der →Kulturwerkstatt Kaserne Basel spielte er 1993 Vater/Ludwig von Ficker in der Schweizer Erstaufführung von Michael Heuers "Trakl" (Regie: Thomas Blubacher), bei der →Helmut Förnbacher Theater Company Basel gastierte er 1994 als Kaiser Joseph in Peter Shaffers "Amadeus" (Messe Basel). Hörfunk- und Synchronsprecher, diverse Film- und Fernsehrollen.



Autor: Nathanael Busch



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Busch, Nathanael: Jürgen Sidow, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1683–1684.

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