Jürgen Stössinger

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* 3.9.1934 Braunsberg (Braniewo, heute: PL), eigentlich Jürgen Ramm, 1950 Namenswechsel durch Adoption. ∞ Verena S., Journalistin und Autorin.

Aufgewachsen in Königsberg und Berlin, 1954–56 Gärtnerlehre in Erlangen, 1957–59 Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Erste Stückverträge unter anderem in Mannheim und Heidelberg, dann Festverträge 1969–71 an der Landesbühne Saarbrücken, 1971–73 an der Landesbühne Wilhelmshaven und 1973–77 am Stadttheater Augsburg. Von hier aus engagierte ihn →Hans Hollmann an die →Basler Theater, ein Wechsel, der für S. entscheidend wurde. 1977–93 blieb S. als vielseitiger Schauspieler im Basler Ensemble, in den Jahren unter der Direktion von →Horst Statkus wurden Regisseure wie Herbert König und →David Mouchtar-Samorai für ihn wichtig, in →Frank Baumbauers Intendanz Niels-Peter Rudolph (1988 Nagg in Becketts "Endspiel"), →Jossi Wieler (1989 Dmitrij Nikitič Kosych in Čechovs "Ivanov", 1990 Timur in Gozzis "Turandot", 1991 Klosterbruder in Lessings "Nathan der Weise", 1992 Salerio in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig") und →Werner Düggelin (1990 Giovanni in Pirandellos "Heinrich der Vierte", 1992 Brovik in Ibsens "Baumeister Solness") sowie zunehmend die Möglichkeit, spartenübergreifend zu arbeiten – etwa 1992 als Ivan in →Herbert Wernickes Inszenierung von Johann Strauß’ "Die Fledermaus", 1993 als Sprecher in Michael Simons Inszenierung von Detlev Müller-Siemens’ Oper "Die Menschen", in →Christoph Marthalers frühen Liederabenden sowie bei Johann Kresnik (1993 in der Uraufführung von Kresnik/→Hansjörg Schertenleibs Bearbeitung von Fritz Zorns "Mars"). Seit 1994 arbeitet S. freiberuflich, zunächst vor allem bei Baumbauer am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (unter anderem Yngve in Jahnns "Armut, Reichtum, Mensch und Tier", Regie: Harald Clemen; Hitler in Kresnik/Werner Fritschs "Gründgens", Regie: Kresnik). 1998 holte Kresnik ihn für "Wiener Blut" ans Burgtheater Wien. Am Thalia-Theater Hamburg begann die Zusammenarbeit mit Martin Kušej: S. war 1998 der Rittmeister in dessen Inszenierung von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" und 2000 der Oberst in Strindbergs "Gespenstersonate". Weitere Stückverträge am Staatstheater Stuttgart und am →Schauspielhaus Zürich; diverse Filmrollen.



Autorin: Verena Stössinger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Stössinger, Verena: Jürgen Stössinger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1761–1762.

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