Jakob Flach

Aus Theaterlexikon
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* 26.3.1894 Winterthur ZH, † 30.9.1982 Arcegno TI.

Nach einem abgebrochenen Studium der Botanik bereiste F., der sich schon zuvor der Wandervogel-Bewegung angeschlossen hatte, ganz Europa. 1919 schloss er die Ausbildung zum Primarlehrer ab. Weitere ausgedehnte Reisen folgten. Ab 1928 arbeitete F. als Regisseur beim →Schweizerischen Marionettentheater in Zürich. 1937–60 leitete er das von ihm gegründete →Marionettentheater Ascona, scharte zahlreiche Künstler um sich, organisierte einen aufwändigen Theaterbetrieb, schnitzte Figuren, schrieb und inszenierte seine eigenen Theaterstücke, aber auch Dramen anderer Autoren. Er versuchte, die Möglichkeiten des Marionettentheaters auszuschöpfen, und wandte sich ganz entschieden gegen ein Zusammenspiel von Mensch und Figur. F. zeichnete und schrieb ausser den Marionettenspielen Erzählungen und Romane; eine Reihe unterschiedlichster Bücher erschien, zum Beispiel 1937 das Kochbuch "Minestra. Dank für Rebhuhn, Schwein und Spargel", 1945 die Reiseberichte "Vita vagorum" oder 1959 der Roman "Brautfahrt ohne Ende". Seine Eindrücke vom Marionettentheater Ascona hielt er in einer weiteren Publikation fest: "Ascona" (1960). F. war Mitbegründer der →SVfP.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1959 Ehrengabe der Stadt Winterthur für das Gesamtschaffen,
  • 1969 Ehrenmitgliedschaft der Union internationale de la marionnette UNIMA in Prag.

Literatur

  • Bissegger, Ursula: Puppentheater in der Schweiz, 1978.
  • Marionette di Ascona, 1985 [Katalog zur Ausstellung im Museo Epper, Ascona; mit Spielplänen].
  • Stössel, Ruedi et al.: Erinnerungen an "Köbi" Flach. In: Puppenspiel und Puppenspieler 2/1982.

Nachlass

  • literarischer Nachlass im Schweizerischen Literaturarchiv, Bern;
  • Figuren seines Marionettentheaters in der Schweizerischen Theatersammlung in Bern und in der Sammlung des Puppentheatermuseums im Münchner Stadtmuseum.


Autorin: Elke Krafka



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Krafka, Elke: Jakob Flach, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 604–605.

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