Jakob Schaffner

Aus Theaterlexikon
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* 14.11.1875 Basel, † 25.9.1944 Strassburg (F).

Der Sohn eines Schweizers und einer Deutschen lebte bis zum Tod des Vaters 1883 in Basel, danach wuchs er in einer südbadischen Armenanstalt auf und wurde Schuhmacher. Ab 1893 zog er als Handwerker sechs Jahre durch halb Europa und besonders durch Deutschland, das ihn begeisterte. 1900 kehrte S. nach Basel zurück, bildete sich weiter und veröffentlichte seine ersten Novellen und Romane. 1911 übersiedelte er nach Berlin und lebte fortan als Schriftsteller in Deutschland, wo ihm zeitlebens mehr Anerkennung entgegengebracht wurde als in der Schweiz. Mit autobiografisch geprägten Romanen – zum Beispiel "Konrad Pilater" (1910) und "Johannes" (1922) – erwarb sich S. damals den Ruf eines der talentiertesten Vertreter der Schweizer Literatur der Zeit vor 1933. Nach 1933 nahm S. offen für den Nationalsozialismus Partei und verfasste mehrere Propagandaschriften, was zu seiner Verfemung in der Schweiz führte. S. schrieb über fünfzehn Romane und zahlreiche Novellen, daneben Essays, Reden, Schauspiele und Lyrik. Bühnenwerke: "Luzifer" (1897), "Der Heilige" (Uraufführung 1913, Künstlertheater München), "Das kleine Weltgericht" (Uraufführung 23.4.1943, Deutsches Nationaltheater Osnabrück), "Das Königsopfer" (Uraufführung 7.5.1944, Deutsches Nationaltheater Osnabrück).

Auszeichnungen

  • 1930 Grosser Preis der Schweizerischen Schillerstiftung.

Literatur

  • Siegrist, Christoph: Der zerrissene J. S. In: Mattioli, Aram (Hg.): Intellektuelle von rechts, 1995.

Nachlass

  • Öffentliche Bibliothek der Universität Basel.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Jakob Schaffner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1582.

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