Jakob Stebler

Aus Theaterlexikon
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* 16.12.1898 Altstetten ZH, † 24.10.1985 Bern.

Beamter der Post- und Telefonverwaltung, später bei der Generaldirektion der PTT in Bern tätig. 1920 veröffentlichte S. mit "E langwiligi Beiz" seinen ersten Einakter; ihm folgten gegen 200 Theaterstücke. S. zählt damit zu den produktivsten Schweizer Mundartschriftstellern, er war während Jahrzehnten einer der meistgespielten Autoren des schweizerischen Volkstheaters. Neben populären Lustspielen und Schwänken verfasste S. auch mehrere zeitkritische Schauspiele. Zu vielen Zeiterscheinungen oder -problemen fand er eine schwankhafte, oft auch eine moralisch-besinnliche Geschichte, etwa zum Thema Landenteignung zu Gunsten des Baus von Wasserkraftwerken ("Heilige Bode", Uraufführung 1941 Dramatischer Verein Eintracht Chur), Alkoholismus ("Näbel über em See", Uraufführung 1949 →Berner Heimatschutz-Theater), Resozialisierung Straffälliger ("Bergsturz", Uraufführung 1941 Aargauische Mundartbühne) und zum Verhältnis Stadt/Land ("Landdienst", Uraufführung 1947 Aargauische Mundartbühne Aarau). Mit mehreren Stücken gelangte S. auch auf die Berufstheaterbühne: Uraufgeführt wurden unter anderem am →Städtebundtheater Biel-Solothurn "Symphonie in Moll" (9.11.1946, Regie: →Rudolf Joho), "Via Triumphalis" (22.10.1948, Regie: Kurt Nachmann), "Der dritte Haftbefehl" (8.1.1952, Regie: Arthur Popp) und "Schiffbruch", ein Aufsehen erregendes Stück über Atomwaffenversuche (1954, Regie: Carl Rühl) sowie am →Stadttheater Bern "Aufruhr in Arkadien" (22.4.1964, Regie: Hans Dieter Leuenberger). Weitere Bühnenwerke (Auswahl): "En asteckendi Gsundheit" (Uraufführung 1935, →Dramatischer Verein Zürich), "Der Rebell" (Uraufführung 1938, Theatergesellschaft Schöftland), "Muratori" (1940), "’s Kompaniechalb" (auch gespielt unter dem Titel "Krawall im Stall", Uraufführung 1941, →Schweizer Soldaten-Bühne "Bärentatze" Bern), "Streik im Narrehus" (Uraufführung 19.12.1942, Liebhaberbühne Biel), "Autostop" (Uraufführung 1954, Dramatisch-literarische Gesellschaft Balsthal), "Bunz" (eine helvetische Groteske, 1959), "Trüebi Milch" (Schelmenstück, 1969), "Die starken Männer" (Farce, 1970) und "Znacht am zwei" (Experimentierstück, 1970). S. schrieb auch Sketches und Vortragsnummern, Hörspiele, den Roman "Niemandsland" (1956) und satirische Erzählungen (unter anderem "Göpfi – Aufsätze eines Lausbuben", 1970).



Autor: Peter Arnold



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Arnold, Peter: Jakob Stebler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1736.

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