Jean-Pierre Genet

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 8.10.1928 Genf.

Ausbildung bei Ador Delpha und →Willy Flay in Genf und bei Madame Rousanne und →Boris Kniaseff in Paris. Später Kurse in Pantomime bei Etienne Decroux in Paris und in Jazztanz in New York. Begann 1946 als Eleve am →Grand Théâtre in Genf und wechselte noch im gleichen Jahr ans →Stadttheater Zürich. Hier war er unter →Hans Macke und →Jaroslav Berger zunächst wieder Eleve, dann Tänzer und 1950–59 Solist. Wurde zweiter Ballettmeister und begann zu choreografieren. 1959/60 Ballettmeister und Solotänzer am →Stadttheater Bern, 1960/61 an den Theatern der Stadt Bonn, 1963/64 am Landestheater Linz, 1964–66 an den Ulmer Theatern, 1966–71 Ballettdirektor am →Stadttheater St. Gallen. G. brachte stets das traditionelle Repertoire, legte aber zugleich grossen Wert auf die Interpretation zeitgenössischer Musik und auf Uraufführungen wie "Le Balayeur" in Ulm sowie "Anamorphose", "Das verlorene Gewissen" und die österreichische Erstaufführung von Hans Werner Henzes "Undine" in Linz. In St. Gallen reichte das Spektrum von "Der schwarze Schwan" (Pas de deux aus dem 3. Akt von Tschaikowskys "Schwanensee") bis zu "Die sieben Todsünden der Kleinbürger" (Musik: Kurt Weill, Text: →Bertolt Brecht) und Henzes "Maratona di danza" und von Strawinskys "Pulcinella", "Jeu de cartes" und "Le Renard" bis zu Samuel Becketts "Spiel ohne Worte I". 1975–88 arbeitete G. bei der Weltgesundheitsorganisation in Genf, leitete den Zürcher Mimenchor und inszenierte 1991 zur 700-Jahr-Feier das Festspiel "Niklaus von der Flüe".



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Jean-Pierre Genet, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 695–696.

Normdaten