Jeannine Altmeyer

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* 2.5.1948 La Habra (USA).

Gesangsausbildung bei Betty Olssen in Fullerton, Martial Singher und Lotte Lehmann in Santa Barbara sowie bei George London in Washington, D. C. Später Zusatzunterricht bei Gladys Kuchta. Engagements 1971–73 an der Metropolitan Opera New York, 1973–75 am →Opernhaus Zürich, Zürich ZH (dem sie als Gast bis 1990 verbunden blieb) und 1975–87 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart (zunächst fest, dann als ständiger Gast – unter anderem als Chrysothemis in Richard Strauss’ "Elektra" und Salome in dessen gleichnamiger Oper). Während ihres New Yorker Engagements war A. vorwiegend in kleineren Aufgaben zu hören. In Zürich, wo sie mit Eva in →Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" debütierte, ihrer ersten grossen Partie aus dem jugendlich-dramatischen Sopranfach, sang A. – mit Ausnahme der ersten Dame in Mozarts "Die Zauberflöte", Agathe in Webers "Der Freischütz" und Chrysothemis in einer konzertanten Aufführung in der Tonhalle – ausschliesslich in Opern Wagners: Elsa in "Lohengrin", Elisabeth in "Tannhäuser" sowie Brünnhilde in "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" ("Der Ring des Nibelungen" 1988–90, Regie: →Claus Helmut Drese, musikalische Leitung: →Ralf Weikert). Anlässlich der Wiedereröffnung des renovierten →Stadttheaters Bern trat sie 1984 als Elisabeth in "Tannhäuser" auf (Regie: →Edgar Kelling, musikalische Leitung: →Peter Maag). Zum internationalen Höhepunkt von A.s Karriere wurden ihre Auftritte bei den Bayreuther Festspielen, wo sie 1979–80 als Sieglinde in "Die Walküre" und Gutrune in "Götterdämmerung" (Regie: Patrice Chéreau, musikalische Leitung: Pierre Boulez) sowie 1983–85 als Sieglinde in Peter Hall’s "Ring"-Produktion mitwirkte. Mit Isolde in Wagners "Tristan und Isolde"übernahm sie 1986 in Bayreuth eine Partie aus dem hochdramatischen Fach. Gastverpflichtungen führten A. unter anderem nach Chicago (1972 Freia in Wagners "Das Rheingold"), zu den Osterfestspielen Salzburg (1973 Freia unter Herbert von Karajan), an die Staatsoper Wien (1975 Elsa), ans Teatro San Carlo Neapel (1979–80 Sieglinde), nach Buenos Aires (1981 Sieglinde), Parma (1985 Titelpartie in Puccinis "Tosca"), an die Metropolitan Opera New York (seit 1986 Sieglinde, Brünnhilde in "Die Walküre", Leonore in Beethovens "Fidelio", Venus in "Tannhäuser"), nach Köln (1986 Isolde), Los Angeles (1987 Isolde), an die Opéra de Paris (1987 Chrysothemis im Palais Garnier), ans Teatro alla Scala in Mailand (1990 Leonore), nach Turin (1991 Titelpartie in Karl Goldmarks "Die Königin von Saba"), Bordeaux (1995 Salome), Marseille (1997 Brünnhilde in "Die Walküre"), Amsterdam (seit 1998 Brünnhilde im gesamten "Ring des Nibelungen"), Aachen (1999 Elektra) sowie an die Bühnen von Düsseldorf-Duisburg, Frankfurt am Main, Hamburg und Lyon. Die mit einem Schweizer verheiratete A. erschien dank ihrer strahlkräftigen Stimme und ihrer äusseren Erscheinung lange als die ideale Interpretin Wagner’scher Frauengestalten. Diverse Einspielungen auf Tonträger.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Jeannine Altmeyer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 41-42.

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