Jens Scholkmann

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* 10.2.1939 Berlin (D).

Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule Berlin, unter anderem bei Hilde Körber. Erste Engagements 1958/59 unter der Intendanz von Hans Schalla am Schauspielhaus Bochum (unter anderem Mitwirkung in →Georg Kaisers "Gas", Regie: Erwin Piscator, Lokomotivführer in Günter Grass’ "Noch 10 Minuten bis Buffalo") und 1959/60 unter →Horst Gnekow am Nordmark-Landestheater in Schleswig (Muley Hassan in Schillers "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua", Narr in Shakespeares "Was ihr wollt"). 1960 wechselte S. mit Gnekow ans →Stadttheater Luzern, wo er bis 1965 rund fünfzig Rollen verkörperte, darunter Narr in Shakespeares "Was ihr wollt", Arnold Kramer in Hauptmanns "Michael Kramer", die Titelrolle in Büchners "Woyzeck", Jerry in Albees "Die Zoogeschichte", Wang in →Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan", Möbius in →Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker", Thersites in Shakespeares "Troilus und Cressida", die Titelrolle in Peter Weiss’ "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats" und zuletzt im Einpersonenstück "Das Tagebuch eines Wahnsinnigen" nach Gogol. Es folgten Engagements 1965–68 unter der Intendanz von Kurt Hübner am Theater der Freien Hansestadt Bremen (unter anderem König Claudius in Shakespeares "Hamlet", Regie: Hübner, Dr. Rank in Ibsens "Nora", Regie: Peter Zadek, Mortimer in Kesselrings "Arsen und Spitzenhäubchen") und 1986–73 erneut unter Gnekow am Stadttheater Münster (Karl Moor in Schillers "Die Räuber", Titelrolle in Shakespeares "Richard III.", Matti in Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti", Paul Schippel in Carl Sternheims "Bürger Schippel", Werner in Lessings "Minna von Barnhelm"). Dort war S. auch als Regisseur tätig und inszenierte unter anderem Wolfgang Bauers "Magic Afternoon", Dürrenmatts "Play Strindberg", Handkes "Das Mündel will Vormund sein" und Albees "Alles im Garten". Danach war S. freischaffend tätig. Er arbeitete für verschiedene Rundfunk- und Fernsehsender, leitete 1974–97 die Werkbühne des Bayer-Konzerns in Leverkusen (unter anderem Inszenierungen von Fassbinders "Bremer Freiheit", Brechts "Die Kleinbürgerhochzeit", Behans "Die Geisel", Molières "Der Bürger als Edelmann", Williams’ "Die Nacht des Leguan") und inszenierte an den Bühnen der Stadt Bonn (Jewgeni Schwarz’ "Die verzauberten Brüder"), am Zimmertheater Münster und an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach (Schillers "Don Carlos", Brechts "Furcht und Elend des Dritten Reiches", Hasenclevers "Ein besserer Herr").



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Jens Scholkmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1629.

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