Jochen Heckmann

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* 14.3.1968 Villingen-Schwenningen (D).

Ausbildung in Erlangen an der Ballettschule Weber und in Paris bei Solange Golovine, am Conservatoire national supérieure de musique et de danse, am Studio Peter Goss und am Théâtre de la danse Martine Harmel. Engagements als Tänzer 1991/92 bei Contemporary Dance Zurich (Leitung: →Paula Lansley) und 1993–95 am Theater Hagen (Ballettdirektion: →Richard Wherlock). Rege Tätigkeit als Pädagoge für zeitgenössischen Tanz und Choreografie, unter anderem an der →SBBS in Zürich, im Rahmen der Zusatzausbildung Performance Year, in zahlreichen Tanzensembles in der Schweiz (unter anderem am →Stadttheater Luzern) und im Rahmen von Meisterkursen in verschiedenen europäischen Ländern. 1995–99 Leitung der von ihm gegründeten Looping Contemporary Dance Company in Zürich, für die er zahlreiche Choreografien schuf: 1995 "Gentlemensong No. 1" (Musik: Eric Satie), "In Our Sleep" (Musik: Laurie Anderson), 1996 "Little Fields" (Musik: Paul Pavey), "Night Prayers" (Musik: Pavey), 1997 "Gentlemensong Nr. 3" (Musik: Arvo Pärt, Astor Piazzolla, Jael), 1997 "A Break in the Glass of Sky" (Duo mit →Shonach Mirk, Musik: Fred Frith), "4 Letters to Lovers" (Musik: Philip Glass und andere), "Sextett +1" (Musik: Michael Nyman), 1998 "Beyond Silent Shades" (Musik: Händel, Musikcollage: H.), "Trans-Pass" (Musik: Heinrich Ignaz von Biber, Haydn), 1999 "Martha and Joe … the True Story" (Musik: Autechre, Thierry De Mey und andere). Als Tänzer wurde H. als markant und erdverbunden charakterisiert; vor allem durch seine Soli und Duette machte er auf sich aufmerksam. Als Choreograf experimentierte er in Zürich mit unterschiedlichen zeitgenössischen Formen, zeigte gänzlich abstrakt gehaltene Kurzstücke wie auch theatralisch Narratives, zuweilen versetzt mit skurrilem Humor. Seit 1999 ist H. Ballettdirektor und Chefchoreograf am Theater Augsburg, wo er unter anderem folgende Stücke schuf: 1999 "Paradise Twice" (Musik: Autechre, Frith und andere), 2000 "Four Sides – Vier Werke" (Musik: Glass, Pärt, Piazzolla, Henryk Mikolaj Górecki), 2001 "Im Wandel der Lüste" (Musik: Ottorino Respighi, Johann Christian Bach), "Silent Games" (Musik: Paul Giger, Glass, Nyman), 2002 "Cinderella" (Musik: Prokofjew), "Le Cœur battant" (Musik: unter anderem Kaija Saariaho, Einstürzende Neubauten, Gavin Bryars), "Bed & Breakfast" (Musik: Goran Bregovic, Frith, Kronos Quartett, Pärt, Safri Duo und andere), 2003 dreiteiliger Ballettabend "Die Gezeitengänger" aus "Trans-Pass", "Rasender Stillstand" und "Subgarden" (Musik: Biber, Haydn, Jacob Ter Veldhuis, Mozart und andere). Daneben erarbeitete er unter anderem Choreografien für das Prager Kammerballett, das Königlich Dänische Ballett Kopenhagen, das Staatstheater Braunschweig sowie 2002 für das Opernfestival in Glyndebourne.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1996 und 1999 Silbermedaille an der Japan International Ballet and Modern Dance Competition in Nagoya,
  • 1998 Gewinner des vom Königlich Dänischen Ballett in Kopenhagen ausgeschriebenen Choreografenwettbewerbs,
  • 1997 in Augsburg und 2000 in Stuttgart am Internationalen Solo-Tanz-Theater-Festival.


Autorin: Lilo Weber



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Weber, Lilo: Jochen Heckmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 809–810.

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