Johann Baptist Hilber

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* 2.1.1891 Wil SG, † 30.8.1973 Luzern.

Nach dem Gymnasium an der Klosterschule in Engelberg Musikstudium an den Konservatorien Zürich und Köln (Klavier und Komposition). 1915–28 Musikdirektor am Gymnasium des Kapuzinerkollegiums in Stans, 1928–34 Chordirektor an der Pauluskirche in Luzern, 1934–56 Stiftskapellmeister an der Hofkirche in Luzern. 1942 Gründung der Abteilung für katholische Kirchenmusik am Konservatorium Luzern (ab 1952 selbstständige Institution als Schweizerische katholische Kirchenmusikschule, später Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern, heute integriert in die Musikhochschule Luzern) und bis 1967 deren Leiter. 1939 Gründer und in der Folge Leiter des Chors der Internationalen Musikfestwochen Luzern. Redaktor und Autor der Zeitschriften "Der Chorwächter" (St. Gallen, 1932–47) und "Das Orchester. Schweizerische Monatsschrift zur Förderung der Orchester- und Hausmusik" (Zug, 1934–36), Musikrezensent und Kritiker bei der Luzerner Tageszeitung "Vaterland". Engagement für das Schultheater in Stans (Komposition und Bearbeitung von Bühnenmusik). Häufige Zusammenarbeit mit →Oskar Eberle, zu dessen Stücken für die →Luzerner Spielleute H. die Musik schuf. Mit Eberle entstanden "Das Luzerner Passionsspiel" (1938), "Jedema" nach Hofmannsthals "Jedermann" (1942, beide vor der Hofkirche in Luzern), das geistliche Spiel "Chlaus vo Flüe" (1944 auf dem "Inseli") und "Mirakel" (1947 bei der Franziskanerkirche in Luzern). Ausserdem Komposition zu Festspielen (so 1941 →Cäsar von Arx’ "Bundesfeierspiel zum Fest des 650-jährigen Bestehens der Schweizerischen Eidgenossenschaft", Uraufführung 1.8.1941 in Schwyz mit 980 Darstellern, Regie: Eberle). Die fast ausschliesslich pädagogische und kirchenmusikalische Tätigkeit kommt auch in H.s Kompositionen für die Bühne zum Ausdruck, die sich an der Laienchorpraxis orientieren (Kirchenlied, Choral) und das erzieherische Moment in den Vordergrund stellen. H. engagierte sich massgeblich in nationalen und internationalen kirchenmusikalischen Verbänden. Seine Publikationen umfassen unter anderem "25 Jahre Kirchenmusikschule Luzern" (1967), "Die Musikpflege in der Stadt Luzern von den Anfängen bis zur Gegenwart" (1958) und "Musica sacra als Lebensinhalt. Eine Auswahl aus Aufsätzen und Vorträgen" (1972).

Auszeichnungen

  • 1951 Ehrendoktorat der Universität Freiburg,
  • 1951 Verleihung des Ordens Sancti Silvestri durch Papst Pius XII.,
  • 1956 Kunstpreis der Stadt Luzern,
  • 1961 Ehrenbürger von Stadt und Kanton Luzern,
  • 1967 Kulturpreis der Innerschweiz,
  • 1968 Ehrendirektor der Kirchenmusikschule.

Literatur

  • J. B. H. Festgabe zu seinem 60. Geburtstage, 1951.
  • Gilliéron, Oskar: Bibliographie J. B. H. (1891–1973). Verzeichnis seiner Kompositionen und musiktheoretischen Arbeiten, 1977.
  • Wyss-Keller, Zita: J. B. H., 1891–1973.
  • Gedenkschrift zum 100. Geburtstag, 1991.

Nachlass

  • Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern.


Autor: Hanspeter Renggli



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Renggli, Hanspeter: Johann Baptist Hilber, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 840.

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