Johannes Haller

Aus Theaterlexikon
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* 1546 Augsburg (D), † 14.10.1596 Bern. Sohn des bernischen Reformators Johannes H. der Jüngere (1523–75).

Ausbildung zum Prediger, 1565–66 unter anderem in Basel und Marburg, 1567 Pfarrer in Bremgarten, Aufenthalte in Köniz, Worb und Thun, 1586–95 Pfarrer am Berner Münster. H. soll auch als Zensor der Berner Theateraufführungen tätig gewesen sein. Er gilt als Verfasser des vaterländischen Spiels die "Glückwünschung", das am 24.5.1584 im Berner Rosengarten zu Predigern (dem ehemaligen Dominikanerkonvent) durch "etliche junge Burger" durchaus mit lehrhafter Absicht aufgeführt wurde und noch im selben Jahr in Basel bei Samuel Apiarius anonym im Druck erschien. Wie der vollständige Titel "Glückwünschung / Zuo der ernüwerten Alter Eydgnoßischer trüw / vnd fründtschafft beyder Stett / Zürich vnd Bern" verdeutlicht, boten dreitägige Feierlichkeiten zur Bestätigung der erneuerten Freundschaft zwischen den beiden protestantischen Städten Bern und Zürich den Anlass zur Aufführung, der neben Berner Repräsentanten auch 250 geladene Zürcher Gäste beiwohnten. Das Spiel umfasst 720 vierhebige jambische Verse. Eine Einteilung in Akte und Szenen fehlt, dafür suggerieren musikalische Einlagen eine Gliederung in acht Szenen. In den einander folgenden Szenen treten fast durchgängig andere Figuren auf. Das Personal bilden neunzehn teils allegorische Figuren, die ausschliesslich von Männern, hauptsächlich jungen Berufsleuten, dargestellt wurden.

Literatur

  • Gut, Katrin: J. H.s "Glückwünschung" von 1584. In: Kotte, Andreas (Hg.): Sondierungen zum Theater, 1995.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Johannes Haller, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 787.

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