Josef Danegger (1889–1948)

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* 1.2.1889 Wien (A), † 1.4.1948 Bern, eigentlich Josef Deutsch. Sohn des Schauspielers und Regisseurs →Josef D. (* 1865) und der Schauspielerin Bertha Müller, Bruder der Schauspielerin →Mathilde D. und des Schauspielers Theodor D.

Engagements 1906/07 am Stadttheater Troppau, 1907/08 am Breslauer Schauspielhaus, 1910–18 am Deutschen Theater Berlin, daneben 1914–16 als Gast an der Neuen Freien Bühne in Wien, 1918/19 am Deutschen Volkstheater Wien, 1919–26 Ensemblemitglied des Burgtheaters Wien (unter anderem Franz in Schillers "Die Räuber", Holofernes in Hebbels "Judith" und Macduff in Shakespeares "Macbeth", Regie jeweils: Albert Heine; Andreas in Schillers "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" und Casca in Shakespeares "Julius Cäsar", Regie jeweils: Hugo Thimig; Mercutio in Shakespeares "Romeo und Julia", Melchthal in Schillers "Wilhelm Tell"). Ab 1926 erneut in Berlin, unter anderem am Staatlichen Schauspielhaus Quast in →Frank Wedekinds "Lulu" (Regie: Erich Engel). 1927/28 an den Münchner Kammerspielen (Titelrolle in Hauptmanns "Fuhrmann Henschel", Regie: →Max Werner Lenz), ab 1927 auch an der Piscator-Bühne in Berlin (in der Uraufführung von Max Brod/Hans Reimanns "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" nach Jaroslav Hašek im Theater am Nollendorfplatz sowie in der Uraufführung von Leo Lanias "Konjunktur" im Lessing-Theater, Regie jeweils: Erwin Piscator), 1928/29 am Berliner Theater, 1930/31 und 1933/34 als Gast am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH, am →Stadttheater Basel und am →Stadttheater Bern, Bern BE, dann am Deutschen Theater (unter anderem 1933 Meister in Hofmannsthals "Das grosse Welttheater", Regie: Max Reinhardt) und am Theater in der Behrenstrasse in Berlin. 1933 wurde D. als so genannter Halbjude aus der Reichstheaterkammer ausgeschlossen. 1934 spielte D. im Rahmen der Wiener Reinhardt-Tournee George Talbot in Schillers "Maria Stuart" und den zweiten Schauspieler in Pirandellos "Sechs Personen suchen einen Autor", Regie jeweils: Reinhardt. 1930–37 regelmässig bei den Salzburger Festspielen, unter anderem spielte er 1936 und 1937 den dicken Vetter in Hofmannsthals "Jedermann", 1937 Siebel in Goethes "Faust" (Regie jeweils: Reinhardt). D. emigrierte in die Schweiz, 1938 wurde er ans Stadttheater Bern engagiert, wo er bis zu seinem Tod Ensemblemitglied blieb. In Bern spielte er rund 100 Rollen, unter anderem Battista in Shakespeares "Zähmung der Widerspenstigen", die Titelrolle in Shakespeares "Julius Cäsar", Präsident von Walter in Schillers "Kabale und Liebe", Papst Urban VIII. in →Jakob Bührers "Galileo Galilei" (Regie: →Eugen Keller), die Titelrolle in Hauptmanns "Fuhrmann Henschel", Benedikt in Shakespeares "Viel Lärm um nichts" (Regie: →Paul Kalbeck/→Hans Lietzau), Kreon in Sophokles’ "Antigone", Richter Green in Robert E. Sherwoods "Lincoln" und 1947 Claudius in Shakespeares "Hamlet" (Regie: Kalbeck).



Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Josef Danegger (1889–1948), in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 429–430.