Josef Elias

Aus Theaterlexikon
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* 30.7.1923 Emmen LU, † 13.8.2000 Zürich.

Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Luzern, Abschluss mit dem Zeichenlehrerdiplom. E. setzte sich intensiv für das Schultheater ein und erarbeitete an der Volksschule Emmenbrücke (1945–55), am Lehrerseminar Hitzkirch (1955–74), am Gymnasium Luzern (1958–65) und am Lehrerseminar Oerlikon (1975–88) insgesamt über vierzig Inszenierungen. E. variierte und experimentierte immer wieder die Bühnenformen, bespielte beispielsweise eine Simultanbühne, liess eine aus drei abstrakten Elementen bestehende Gerüstbühne aufbauen, verband zwei gegenüberliegende kleine Bühnen durch einen 10 m langen Laufsteg. Zwischen 1949 und 1951 war er als Gastbühnenbildner für einzelne Produktionen am →Stadttheater Luzern engagiert, unter anderem für García Lorcas "Die wundersame Schustersfrau" (Regie: →Albert Wiesner) und →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht" (Regie: →Werner Kraut). Zudem war er als Regisseur für verschiedene Volkstheater-, Festspiel- und Freilichtinszenierungen verantwortlich, unter anderem 1960–64 für die →Tellfreilichtspiele Interlaken und für die Inszenierungen des →Osterspiels von Muri vor der Klosterkirche Muri 1971 und 1977 (1978 in einer Aufzeichnung des Schweizer Fernsehens DRS ausgestrahlt). E. inszenierte ausser im Schul- und Volkstheaterbereich auch an Schweizer Berufstheatern, zum Beispiel Sam Jauns "Metamorphosen" im Theater im Kornhaus Baden, 1974 Hansruedi Williseggers (Musik) und E.s Theatercollage "Hans Salat" am →Stadttheater Luzern. Bei der Eröffnung der Juni-Festwochen 1965 zeigte E. zwei Szenen einer mit Luzerner Schülern gestalteten Tell-Aufführung im →Schauspielhaus Zürich. 1968 wurde er auf Anregung →Leopold Lindtbergs für die Inszenierung von Schillers "Wilhelm Tell" am Schauspielhaus Zürich engagiert. 1955 Mitbegründer, Texter und Regisseur des "Kabarett Allerdings", das von ehemaligen Luzerner Kunstgewerbeschülern gegründet worden war (bis 1965 zehn Programme). Lehrtätigkeit an der →Schauspiel-Akademie Zürich und an den Pädagogischen Hochschulen in Stuttgart, Reutlingen und Ludwigsburg. Auch Radiosendungen (Schulfunk). Mit dem Beitrag "Ist dies auch Tollheit, braucht es doch Methode!"lieferte E. einen Erfahrungsbericht seiner Schultheaterarbeit (Schweizer Theater-Jahrbuch 33/1967). 1978 verfasste er die didaktische Schrift "Schultheater, Spielversuche: Erfahrungsberichte, Möglichkeitsformen". Zudem sind einige Bühnenbearbeitungen von E. publiziert.

Auszeichnungen

  • 1971 Preis der Innerschweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft,
  • 1972 Kunstpreis der Stadt Luzern,
  • 1996 Anerkennungspreis der Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Bankgesellschaft Zürich.

Nachlass

  • Teilnachlass in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.


Autor: Christian Jauslin



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Jauslin, Christian: Josef Elias, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 529.

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