Joseph Aebi-Zryd

Aus Theaterlexikon
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* 23.1.1908 St-Fons (F), † 1.5.1986 Liebefeld BE, auch Sepp A.

A. wuchs im bernischen Lotzwil auf und absolvierte die Sekundarschule in Langenthal. Danach Ausbildung und Tätigkeit als Herrencoiffeur. Später Inhaber eines Haar- und Fusspflege­studios. Ab 1926 war er beim Amateurtheater tätig. A. wirkte über zwanzig Jahre als Schauspieler beim →Berner Heimatschutz-Theater, Bern BE. Während dieser Zeit war er auch Sprecher bei der Hörspielgruppe von Radio Bern. Zudem spielte er 1942 einen der Möbelträger/das Gespenst in →Franz Schnyders Film "Das Gespensterhaus". A. verliess das Berner Heimatschutz-Theater, nachdem es die Aufführung seiner Stücke "Dällebach Kari", "Herti Chöpf" und "Beatrice" abgelehnt hatte. Er gründete darauf 1956 die →Neue Volksbühne Bern, Bern BE bei der er bis 1972 als Geschäftsführer, Regisseur, Darsteller, Produktionsleiter, Techniker sowie auch als Kostüm- und Bühnenbildner wirkte. Danach wurde er vom Vereinsvorstand der Neuen Volksbühne Bern entlastet und konnte sich auf seine Tätigkeit als Autor und Schauspieler konzentrieren. Bereits die erste Premiere, die Uraufführung von "Dällebach Kari" (1957), in der A. wie auch in vielen späteren Produktionen Regie und Hauptrolle übernahm, war ein grosser Erfolg. Er inszenierte mit der Neuen Volksbühne Bern weitere seiner Stücke, unter anderem "Herti Chöpf" und "Der Fall Dr. Müller" (beide 1959), "Beatrice" (1962), "Unger ‹Brüeder›"(1964), "Uheimeligi Gäscht" (1967) sowie "Margrit und Karl oder Theorie und Praxis" (1968). Ausserdem übertrug A. zahlreiche Schauspiele in den Berner Dialekt, etwa "Zäh Tag Gratisferie" nach Erich Kästners "Drei Männer im Schnee" (1958), "Glatti Schelme" nach Popplewells "Brave Diebe" (1960), "Gäng no zwüsche üs" nach William Dinner/William Morums "The Late Edwina Black" (1960, auch Fernsehausstrahlung), "Biedermaa u d’Brandstifter" nach →Max Frisch (1962), "En Inspäkter chunnt" nach Priestleys "An Inspector Calls" (1963), "D’Falle" (1966) und "Acht Froue oder Ach d’Froue" (1971), beide nach Robert Thomas, sowie "Gfangeni sy mr alli" nach →Jakob Stebler (1975). Seine Stücke und Stückbearbeitungen wurden auch von anderen Schweizer Volkstheatern inszeniert.


Auszeichnungen



Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Joseph Aebi-Zryd, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S.29.

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