Judith Hellwig

Aus Theaterlexikon
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* 19.8.1906 Neusohl (Banská Bystrica, heute: SLO), † 25.1.1993 Wien (A).

Ausbildung an den Musik­akademien von Brünn und Wien. Engagements 1928/29 am Stadttheater Saarbrücken und 1929–39 am →Stadttheater Zürich. 1939 Emigration in die USA, dort ausgedehnte Konzertreisen. 1940/41 Verpflichtung am Teatro Colón Buenos Aires. 1946–72 war H. an der Staatsoper Wien engagiert. Als jugendlich-dramatischer Sopran gehörte sie zu den wichtigsten und beliebtesten Zürcher Ensemblemitgliedern. Während ihres Zürcher Wirkens sang sie – nebst bekannten Partien – in zahlreichen selten gespielten Opern, so Myrtocle in d’Alberts "Die toten Augen", Béatrice in Berlioz’ "Béatrice et Bénédict", Christine in Ignaz Brülls "Das goldene Kreuz", Iphigénie in Glucks "Iphigénie en Aulide", die Titelpartie von Stanislaw Moniuszkos "Halka" wie auch jene von Puccinis "Suor Angelica" sowie Simone in →Othmar Schoecks "Venus" und Dorota in Jaromír Weinbergers "Schwanda der Dudelsackpfeifer". Zu H.s zentralen, sie während Jahrzehnten begleitenden Aufgaben gehörten die Opern von Mozart, Richard Strauss (unter dessen musikalischer Leitung sie in Zürich 1932 und 1934 die Kaiserin in "Die Frau ohne Schatten" sowie 1934 und 1936 die Titelpartie in "Arabella" sang) und →Richard Wagner. Sie war ausserdem beteiligt an der Uraufführung von →Paul Hindemiths "Mathis der Maler" als Ursula (1938) sowie an den Schweizer Erstaufführungen von Schoecks "Massimilla Doni" als Massimilla Doni (1937) und von Tschaikowskys "Pique Dame" als Lisa (1930/31). Mehrere Einspielungen auf Tonträger, unter anderem Judith in der ersten Schallplatteneinspielung von Bartóks "Herzog Blaubarts Burg" (1953). 1955–71 Gesangspädagogin am Konservatorium der Stadt Wien.

Auszeichnungen

  • 1969 Kammersängerin der Staatsoper Wien.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Judith Hellwig, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 821–822.

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