Julia Moor

Aus Theaterlexikon
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* 9.9.1909 Budapest (H), † 12.9.2001 Zürich. ∞ Walter Essek, Cellist.

Gesangsstudium in Budapest und später in Zürich bei Luis Essek-Eggers. 1934–49 am →Stadttheater Zürich, wo M. unter der Direktion von →Karl Schmid-Bloß zu den hervorragendsten und beliebtesten Sängerinnen gehörte. Ihre Karriere wurde aber durch die politische Entwicklung und den Zweiten Weltkrieg einschneidend behindert. M.s Rollenspektrum war vielfältig und bewegte sich vom lyrischen bis zum dramatischen Koloratursopran. Repertoireschwerpunkte waren die Opern von Mozart, Richard Strauss und Verdi. Sie sang unter anderem in den schweizerischen Erstaufführungen von Richard Strauss’ "Die schweigsame Frau" die Aminta (1936, Regie: Schmid-Bloß, musikalische Leitung: →Robert F. Denzler) und von Verdis "Luisa Miller" die Titelpartie (1938, Regie: →Hans Zimmermann, musikalische Leitung: Hans Swarowsky) sowie in der Uraufführung von →Hans Haugs "Der unsterbliche Kranke" die Toinette (1947, Regie: Zimmermann, musikalische Leitung: Haug). In der Schweiz gastierte sie am →Stadttheater Basel (1939 Sophie in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", 1940/41 Königin der Nacht und Konstanze in Mozarts "Die Zauberflöte" und "Die Entführung aus dem Serail", 1943/44 Violetta Valéry in Verdis "La Traviata"), am →Stadttheater Bern (1944/45 Susanna in Mozarts "Le nozze di Figaro" und Venus in →Richard Wagners "Tannhäuser"), am →Grand Théâtre in Genf (1940 Contessa Almaviva in Mozarts "Le nozze di Figaro", 1943 und 1946 Konstanze), am →Stadttheater Luzern (1942/43 Konstanze), am →Stadttheater St. Gallen (1941/42 Königin der Nacht). M. sang unter anderem an der Hamburgischen Staatsoper (1935 Königin der Nacht), beim Glyndebourne Festival (1936 Königin der Nacht und Konstanze), an der Staatsoper Wien (1936 Konstanze, 1938 Gilda in Verdis "Rigoletto", 1940 Königin der Nacht), an der Bayerischen Staatsoper München (1939 Violetta Valéry), an der Grand Opéra Paris (1949 Sophie, 1955 Woglinde in Wagners "Der Ring des Nibelungen"), an der Scala in Mailand (1950 im "Ring" unter Wilhelm Furtwängler), in Amsterdam und Den Haag (1950), am Teatro dell’Opera in Rom (1951/52), in Bordeaux (1953) und am Badischen Staatstheater Karlsruhe (1956 Konstanze). Mitte der fünfziger Jahre Rückzug von der Bühne. Mehrere Einspielungen auf Tonträger.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Julia Moor, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1269.

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