Jupp Saile

Aus Theaterlexikon
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* 16.7.1933 Köln (D), eigentlich Franz Josef S.

Nach einer Autoschlosserlehre und einigen Jahren Berufspraxis 1956–58 Schauspielausbildung an der Folkwangschule Essen. Engagements 1958–60 an den Städtischen Bühnen Münster, 1960–65 am Theater Essen (unter anderem in einer Claudel-Inszenierung von Jean-Louis Barrault), 1965–67 am Landestheater Tübingen und 1967–69 am Stadttheater Regensburg, wo Friedrich Beyer Oberspielleiter war; hier spielte der vielseitige Charakterdarsteller unter anderem den Mephisto in Goethes "Faust I" und den Edek in Mrożeks "Tango". Nach weiteren Engagements 1969–71 an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau, 1971/72 an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main und 1972–78 am Staatstheater Braunschweig holte ihn Beyer, damals Oberspielleiter unter der Direktion von →Horst Statkus, 1978 an die →Basler Theater, wo S. bis 1990 blieb. Neben Beyer wurden hier Regisseure wie →David Mouchtar-Samorai wichtig für ihn, unter anderem spielte er Franz Kilb in Handkes "Die Unvernünftigen sterben aus", Schamrajew in Tschechows "Die Möwe", Pastor Parris in Millers "Hexenjagd" und Missionar Oskar Rose in →Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker". Seit 1990 ist S. freiberuflich tätig und spielt einerseits Tourneetheater und – wie schon früher – bei Sommerfestspielen (unter Regisseuren wie →Gert Westphal und Peter Lotschak), gastiert andererseits an festen Häusern wie dem →Atelier-Theater Bern und dem Stadttheater Luzern/→Luzerner Theater (unter anderem 1999 Leo in Lutz Hübners "Das Herz eines Boxers", Regie: Alvaro Schoeck). S. spielte auch in Fernsehproduktionen (von Fritz Umgelter, Claus Peter Witt, Franz Peter Wirth) und Filmen von →Bernhard Wicki und Marc Rissi mit.



Autorin: Verena Stössinger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Stössinger, Verena: Jupp Saile, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1551–1552.

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