Käthy Wüthrich

Aus Theaterlexikon
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* 15.6.1931 Rapperswil BE, eigentlich Käthy Wüth­rich-Gilgen, zunächst auch Käthi W.

1948–49 besuchte sie Kurse an der Kunstgewerbeschule in Bern, 1949–51 Ausbildung am Städtischen Kindergärtnerinnen-Seminar Bern. Während der Berufspraxis im bernischen Sumiswald Erarbeitung erster Handpuppenspiele, mit denen W. als Ein-Frau-Theater öffentlich auftrat. 1957 Auftrag der "Aktion Gesundes Volk" für ein Lehrstück gegen den Alkoholmissbrauch. 1958 Gründung einer eigenen Puppenbühne im nidwaldischen Buochs, Tourneen unter dem Namen "Puppentheater Käthy Wüthrich" in der deutschsprachigen Schweiz (gelegentlich mit ein bis zwei Mitspielerinnen). Bis 1985 entstanden rund 35 Stücke für Kinder und für Erwachsene, für die W. die Geschichten schrieb, die Figuren schuf und Regie führte, darunter "Im Röseligarte" (1958), "’s Dummerli" (1960), "E Röibergschicht" (1964), "Nume chly Zyt" (1964), "Ds Mürggeli" (1968) oder Tiergeschichten wie "De chly Bär" (1974) (mehrere wurden vom Schweizer Fernsehen DRS aufgezeichnet). Künstlerisch wegweisend für W. war neben Heinrich Maria Denneborg (Schweizerischer Arbeitskreis für Puppenspiel) →Therese Keller, mit der zusammen sie 1960 das Stück "Ds Stäckepferd" inszenierte. W. erwarb – auch im Ausland – Anerkennung mit ihren humorvollen, differenziert gestalteten Spielen zu sozialen Problemen, beispielsweise mit "Chaschper im Spital" und "Dr uflätig Ries" sowie "Di gschydi Gans" (zum Thema Sittlichkeitsdelikte an Kindern). W.s parallele Tätigkeit als Kursleiterin für Herstellung und Spiel von Handpuppen führte sie schliesslich zum (psycho)therapeutisch verwendeten Puppenspiel, dem sie sich seit Ende der siebziger Jahre ausschliesslich widmet. 1992 gründete W. in Buochs das Institut für therapeutisches Puppenspiel, das zweijährige Fortbildungskurse anbietet. W. verfasste mehrere Schriften zum Handpuppenspiel, beispielsweise 1990 das Buch "Botschaften der Kinderseele"über Puppenspieltherapie (gemeinsam mit Gudrun Gauda). Mitglied der →UNIMA Suisse.



Autor: Gustav Gysin



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gysin, Gustav: Käthy Wüthrich, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2124–2125.

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