Kari Nurmela

Aus Theaterlexikon
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* 26.5.1933 Viipuri (heute: Wyborg/RUS), † 21.1.1984 in Finnland.

Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften Gesangsausbildung in Helsinki, Wien und Mailand. Engagements 1960/61 an der Landesbühne Schleswig-Holstein in Rendsburg, 1961/62 an der Finnischen Nationaloper Helsinki, 1962/63 am Landestheater Detmold, 1963–66 an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau, 1966/67 am Staatstheater Braunschweig, 1967–70 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart und 1970–81 am →Opernhaus Zürich. Als überaus sprachgewandter, glänzender Sängerdarsteller verzeichnete der Bariton seine grössten Zürcher Erfolge im dramatischen italienischen Fach: als Enrico in Donizettis "Lucia di Lammermoor", Tonio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", Alfio in Mascagnis "Cavalleria rusticana", in den Puccini-Rollen Marcello in "La Bohème", Lescaut in "Manon Lescaut", Michele in "Il tabarro", Baron Scarpia in "Tosca" sowie in den Verdi-Partien Renato in "Un ballo in maschera", Marchese di Posa in "Don Carlo", Don Carlo in "Ernani", Ford in "Falstaff", als Titelheld in "Nabucco" und "Rigoletto", Giorgio Germont in "La Traviata", Montfort in "I vespri siciliani" und besonders als Iago in "Otello". Nachdem er bereits am →Stadttheater Bern (1970/71 Scarpia), am →Grand Théâtre in Genf (1970 Renato), an der Hamburgischen Staatsoper (1975), an der Bayerischen Staatsoper München und beim Festival von Orange gastiert hatte, folgten Anfang der achtziger Jahre eine Reihe wichtiger Einladungen, die ihn unter anderem nach Avignon, ans Gran Teatre del Liceu Barcelona, nach Bordeaux (1982 Miller in Verdis "Luisa Miller"), an die Lyric Opera of Chicago (1983 Boris Timofejewitsch Ismailow in Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk"), an die Covent Garden Opera London, ans Théâtre Musical de Paris au Châtelet (1982 die Titelpartie in Verdis "Macbeth"), an die Opéra de Paris, ans Teatro dell’Opera in Rom, nach Santiago de Chile, zum Festival von Savonlinna (1983 Holländer in →Richard Wagners "Der fliegende Holländer"), ans Teatro Regio in Turin, an die Staatsoper Wien sowie als Gast wiederum ans Opernhaus Zürich (1981/82 Nabucco, Scarpia und Albert in Massenets "Werther") führten. N. starb unerwartet, nachdem er begonnen hatte, eine international bedeutende Karriere als freischaffender Künstler aufzubauen und sein Repertoire ins deutsche Fach zu erweitern. Mehrere Einspielungen auf Tonträger. Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Kari Nurmela, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1332–1333.

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